Landesregierung sichert Rettungswesen mit 63 Millionen Euro ab
Das Rote Kreuz Niederösterreich blickt auf ein intensives Jahr 2025 zurück: Über 930.000 Einsätze und fast 20.000 Freiwillige im Dienst der Menschen.
Das Rote Kreuz Niederösterreich hat im Jahr 2025 beeindruckende Zahlen vorgelegt: Mit durchschnittlich 2.549 Einsätzen pro Tag und insgesamt 864.816 betreuten und transportierten Menschen war die Hilfsorganisation rund um die Uhr im Einsatz. Bei der Jahresbilanz in der St. Pöltner Bezirksstelle betonten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrätin Eva Prischl die unverzichtbare Rolle des Rettungsdienstes für die Bevölkerung.
"Wenn wir heute die Bilanz ziehen, dann sprechen wir nicht nur über konkrete Zahlen, sondern wir sprechen über Menschenleben, über Situationen, in denen jede Minute zählt", erklärte Landeshauptfrau Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz. Nach dem "Ausnahmejahr 2024" mit verheerenden Hochwassern sei 2025 glücklicherweise ein Jahr ohne größere Katastrophe gewesen. Dennoch habe das Rote Kreuz 365 Tage im Jahr verlässlich an der Seite der niederösterreichischen Bevölkerung gestanden.
Die beeindruckenden Einsatzzahlen verdeutlichen die Dimension der geleisteten Arbeit: Mehr als 930.000 Einsätze im Jahr bedeuten, dass praktisch jede Minute irgendwo im Land ein Rettungsfahrzeug unterwegs ist, um Menschen in Not zu helfen. Diese Konstanz und Verlässlichkeit macht das Rote Kreuz zu einem unverzichtbaren Pfeiler des niederösterreichischen Gesundheitssystems.
Das Land Niederösterreich unterstreicht seine Wertschätzung für den Rettungsdienst mit erheblichen finanziellen Mitteln. "Wir stellen auch heuer wieder Mittel in der Höhe von 1,5 Millionen Euro für Neubau und Renovierung von Rot-Kreuz-Häusern bereit", kündigte Mikl-Leitner an. Darüber hinaus hat das Land im Dezember einen außerordentlichen Zuschuss von 63 Millionen Euro beschlossen, um das niederösterreichische Rettungswesen nachhaltig abzusichern.
Diese Investitionen sind angesichts der steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung. Die moderne Infrastruktur und zeitgemäße Ausstattung der Rettungsstationen bilden das Fundament für die schnelle und professionelle Hilfe, die die Bevölkerung zu Recht erwarten kann.
Besonders beeindruckend ist die Entwicklung im Bereich des Ehrenamts: 19.175 Freiwillige engagieren sich aktuell beim Roten Kreuz in Niederösterreich – das sind 454 mehr als im Vorjahr. Diese Freiwilligen leisteten insgesamt 5.253.401 Stunden im Rettungs- und Krankentransportdienst ab. "Das sind keine abstrakten Zahlen, das ist gelebte Verantwortung und echter Zusammenhalt", betonte die Landeshauptfrau.
Der kontinuierliche Anstieg der Freiwilligenzahlen zeigt, dass das Ehrenamt in Niederösterreich lebendig ist und junge Menschen bereit sind, Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen. "Helfen ist in Niederösterreich keine Ausnahme – helfen ist ein Selbstverständnis", so Mikl-Leitner.
Das Rote Kreuz setzt auch in der Ausbildung Maßstäbe: 2.432 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind derzeit im Einsatz, davon verfügen 1.512 über die Zusatzkompetenz "Notfallkompetenzen in Venenzugang & Infusion" oder höher. Diese hochqualifizierten Fachkräfte ermöglichen eine medizinische Erstversorgung auf Spitalsniveau bereits am Einsatzort.
"Das Rettungswesen entwickelt sich ständig weiter. Und das Rote Kreuz hat den dafür erforderlichen Weitblick", würdigte Mikl-Leitner die kontinuierlichen Ausbildungsbemühungen der Organisation.
Landesrätin Eva Prischl, die für das Rettungswesen zuständig ist, verwies auf die steigenden Anforderungen durch den demografischen Wandel: "Bis 2040 wird in Niederösterreich rund eine halbe Million Menschen über 65 Jahre alt sein. Die Zahl der über 85-Jährigen wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln." Diese Entwicklung führe zu einem deutlichen Anstieg bei Rettungseinsätzen, Krankenhausaufenthalten und Pflegebedarf.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird das Rettungs- und Notfallsystem gezielt neu ausgerichtet und gestärkt. Prischl freut sich besonders über die 1.512 Notfallsanitäter mit Zusatzkompetenz, die künftig flächendeckend an 86 Standorten das Fundament des Notfallsystems bilden werden. "Das hat es in dieser Qualität und Dichte in Niederösterreich noch nie gegeben", betonte die Landesrätin.
"Es geht hier nicht ums Sparen, die Neuausrichtung dient der gezielten Stärkung unseres Systems", stellte Prischl klar. Die Investitionen in Ausbildung, Infrastruktur und Personal sind Investitionen in die Sicherheit und Gesundheit der niederösterreichischen Bevölkerung.
Rotes Kreuz Niederösterreich Präsident Hans Ebner betonte die vielschichtigen Aufgaben der Organisation: "Unsere Gesellschaft steht aktuell vor vielen Herausforderungen. Kriege, Katastrophen, aber auch Veränderungen im eigenen Land fordern zum Nachdenken, Hinterfragen und der Suche nach innovativen Lösungen auf."
In Niederösterreich setze man daher konsequent auf Innovation, Ausbildung und soziale Angebote, um Menschen Halt und Sicherheit zu geben. Als Beispiele führte Ebner innovative Projekte wie den Telenotarzt an, sowie wichtige Schritte in der Armutsbekämpfung und in der Betreuung von Seniorinnen und Senioren.
"Gleichzeitig ist es eines unserer größten Anliegen, junge Menschen zu fördern und ihnen unsere humanitäre Wertehaltung näherzubringen", erklärte der Präsident. Auch in der Führungskräfteausbildung wolle man das gesamte Potenzial schöpfen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen deutlich: Das Rote Kreuz Niederösterreich ist nicht nur ein verlässlicher Partner in Notfällen, sondern auch ein innovativer Gestalter des Gesundheitswesens. Mit der Kombination aus ehrenamtlichem Engagement, professioneller Ausbildung und gezielten Investitionen des Landes ist die Organisation gut für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.
Die steigenden Freiwilligenzahlen und die kontinuierliche Qualitätssteigerung in der Ausbildung zeigen, dass das niederösterreichische Rettungswesen auf einem soliden Fundament steht. Die 63-Millionen-Euro-Investition des Landes unterstreicht die politische Priorität, die dem Rettungswesen eingeräumt wird.
Für die Bürgerinnen und Bürger Niederösterreichs bedeutet dies: Sie können sich auch in Zukunft darauf verlassen, dass im Notfall schnell und professionell geholfen wird – 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.