Urlauberverkehr führt zu massiven Verzögerungen in ganz Westösterreich
Ein Lkw-Unfall auf der Tauern Autobahn verursacht 14 Kilometer Stau. Auch in Tirol und Vorarlberg stockt der Reiseverkehr erheblich.
Die Reisesaison zeigt sich von ihrer ungemütlichsten Seite: Ein schwerer Lkw-Unfall am frühen Samstagmorgen auf der Tauern Autobahn (A10) zwischen Werfen und Pass Lueg hat zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Der ÖAMTC berichtet von einem Rückstau, der zeitweise bis zu 14 Kilometer bis nach Hüttau zurückreichte.
Obwohl nach dem Unfall ein Fahrstreifen offengehalten werden konnte, bildete sich im starken Urlauberverkehr rasch ein enormer Stau. Vor dem Helbersbergtunnel wurde der Verkehr nur blockweise abgefertigt, was zu Wartezeiten von über eineinhalb Stunden führte. Besonders problematisch: Der verunfallte Lkw kann voraussichtlich erst in den Abendstunden geborgen werden, weshalb Reisende den ganzen Tag über mit erheblichen Verzögerungen rechnen müssen.
Die Situation verschärfte sich dadurch, dass Autofahrer auf die begleitenden Bundesstraßen B99 und B159 auswichen, wo jedoch ebenfalls kaum ein Vorankommen möglich war. Diese Ausweichrouten gerieten schnell an ihre Kapazitätsgrenzen und verstärkten das Verkehrschaos zusätzlich.
Doch nicht nur in Salzburg herrscht Verkehrschaos. In Tirol machte sich der intensive Urlauberverkehr auf praktisch allen wichtigen Verbindungen bemerkbar. Besonders betroffen war die beliebte Fernpass-Strecke (B179), wo sich Staus abschnittsweise über den gesamten Verlauf in beide Richtungen bildeten.
Auf der Zillertal Straße (B169) stockte der Verkehr vor dem Brettfalltunnel erheblich, während auf der Seefelder Straße (B177) zwischen Scharnitz und Seefeld in Tirol ebenfalls nur langsam vorwärtskam. Die Pass Thurn Straße (B161) war von Jochberg bis Kitzbühel praktisch blockiert.
Dramatische Szenen spielten sich auch am Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden auf der Inntal Autobahn (A12) ab. Hier mussten Reisende bis zu einer Stunde Wartezeit in Kauf nehmen – ein deutliches Zeichen für das hohe Verkehrsaufkommen am Wochenende.
Auch die S16 (Arlberg Schnellstraße) war von den Verkehrsproblemen nicht verschont. In Fahrtrichtung Bregenz staute sich der Verkehr zwischen Flirsch und St. Anton am Arlberg, während in Vorarlberg zwischen Langen und Bludenz Ost zeitweise nur Schrittgeschwindigkeit möglich war – und das in beide Fahrtrichtungen.
Diese Situation verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich Österreichs Verkehrsinfrastruktur während der Hauptreisezeiten gegenübersieht. Die Kombination aus Urlauberverkehr und unvorhergesehenen Ereignissen wie Unfällen kann schnell zu einem flächendeckenden Verkehrskollaps führen.
Der ÖAMTC empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt ausführlich über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Besonders an Wochenenden während der Ferienzeit sollten längere Fahrzeiten eingeplant werden. Alternative Routen können zwar Abhilfe schaffen, sind jedoch oft ebenfalls überlastet.
Wichtig für Autofahrer ist auch, ausreichend Proviant und Getränke mitzuführen, da bei derartigen Staus die Versorgung schwierig werden kann. Zudem sollte der Kraftstoffvorrat für längere Standzeiten im Stau ausreichen.
Für aktuelle Verkehrsinformationen stehen verschiedene Kanäle zur Verfügung:
Derartige Verkehrsbehinderungen haben nicht nur Auswirkungen auf Privatreisende, sondern auch auf die Wirtschaft. Lieferungen verzögern sich, Dienstleistungsunternehmen kommen nicht planmäßig zu ihren Terminen, und auch der Tourismus leidet unter dem negativen Image von überlasteten Straßen.
Die Situation unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, die Verkehrsinfrastruktur kontinuierlich zu modernisieren und alternative Verkehrsmittel zu stärken. Nur so können ähnliche Szenarien in Zukunft vermieden oder zumindest ihre Auswirkungen begrenzt werden.
Da der verunfallte Lkw erst am Abend geborgen werden soll, ist davon auszugehen, dass die Verkehrsprobleme auf der A10 den ganzen Tag anhalten werden. Reisende sollten sich auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen oder wenn möglich ihre Reise verschieben.
Auch auf den anderen betroffenen Strecken in Tirol und Vorarlberg dürfte sich die Lage erst am späteren Abend entspannen, wenn der Hauptreiseverkehr abebbt. Wer die Möglichkeit hat, sollte seine Reise auf Werktage verlegen oder sehr frühe oder späte Abfahrtszeiten wählen.