Verkehrsexperten prognostizieren moderate Reisewellen trotz frühem Ostertermin
Der ÖAMTC rechnet zu Ostern mit starkem, aber gedämpftem Reiseverkehr. Gründonnerstag und Karfreitag werden verkehrsreichste Tage.
Die bevorstehenden Osterfeiertage werden in Österreich zu erhöhtem Verkehrsaufkommen führen, jedoch in moderaterem Ausmaß als in vergangenen Jahren. Das prognostizieren die ÖAMTC-Mobilitätsinformationen für die kommende Reisewoche. Trotz des frühen Ostertermins und bescheidener Wetteraussichten müssen sich Autofahrer auf Verzögerungen einstellen.
"Die Osterwoche wird zwar starken Reiseverkehr bringen, im langjährigen Vergleich aber eher gedämpft ausfallen", erklären die ÖAMTC-Verkehrsexperten. Im Vergleich zum Vorjahr liegt Ostern heuer etwa zwei Wochen früher, was sich erfahrungsgemäß unmittelbar auf das Verkehrsaufkommen auswirkt. Zusätzlich schmälern die vorerst bescheidenen Wetteraussichten und der hohe Benzinpreis die Reiselust der Österreicher.
Dennoch ist aufgrund des Ferienbeginns in Österreich und dem Start der 14-tägigen Osterferien im Großteil Deutschlands mit starkem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Deutsche Urlauber werden besonders auf den Transitrouten in Richtung Adria und Gardasee für Verzögerungen sorgen. Auch auf dem Weg in die großen, höher gelegenen Skigebiete kann es nochmals eng werden.
Die erste Reisewelle wird bereits ab Freitagnachmittag, 27. März, erwartet, wenn in ganz Österreich und dem Großteil Deutschlands die Osterferien beginnen. Am Wochenende bleibt der Samstag traditionell der Hauptreisetag.
Mit dem höchsten Verkehrsaufkommen rechnet der ÖAMTC am Gründonnerstag und Karfreitag. Da der Karfreitag in Deutschland ein Feiertag ist, werden viele Deutsche bereits in den Nachmittags- und Abendstunden des Gründonnerstags sowie am Karfreitag in der Früh die Fahrt in den Osterurlaub antreten. Diese Tage gelten erfahrungsgemäß als die verkehrsreichsten der gesamten Osterferien.
Die Rückreise wird sich über die ersten beiden April-Wochenenden verteilen. Österreichische Urlauber werden bevorzugt am Ostermontag, 6. April, die Heimfahrt antreten, während die Deutschen hauptsächlich am darauf folgenden Wochenende (11.-12. April) zurückfahren werden.
Der ÖAMTC hat eine detaillierte Liste der erwarteten Problemstellen zusammengestellt. Besonders betroffen sind die Hauptverkehrsrouten und Baustellenbereiche:
Auch auf Bundesstraßen wie der B169 (Strass – Mayrhofen), B177, B179 und B182 ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Im Osten Österreichs wird die Marillenblüte viele Ausflügler in die Wachau locken. Mit dichtem Verkehr ist aus dem Großraum Wien auf der Donauufer Autobahn (A22) und Stockerauer Schnellstraße (S5) sowie auf beiden Donauufern (B3, B33) zu rechnen.
Ein wichtiger Hinweis für Wachau-Besucher: Bis 3. April, 13:00 Uhr, finden auf der B33 am Donau-Südufer im Ortsgebiet von Aggsbach-Dorf Felssicherungsarbeiten statt. Die Straße wird montags bis freitags von 8:00-12:00 Uhr und 13:00-17:00 Uhr komplett gesperrt. Außerhalb dieser Zeiten sowie an Wochenenden wird der Verkehr halbseitig mit Ampelregelung geführt.
Im Großraum Salzburg ist mit deutschen Tagesausflüglern zu rechnen, die den freien Karfreitag für einen Shopping-Trip über die Grenze nutzen. Sowohl am A1-Grenzübergang Walserberg als auch an der Grenze bei Freilassing (B155) kann es zu Wartezeiten kommen.
Für Österreicher, die den Osterurlaub in südlichen Nachbarländern verbringen, gibt ÖAMTC-Experte Dominik Graf wertvolle Tanktipps. "Wer nach Slowenien oder Kroatien fährt, tankt dort besser", erklärt Graf. Beide Länder haben staatlich regulierte Höchstpreise, die aktuell deutlich unter den österreichischen Durchschnittspreisen liegen.
"Aber Achtung! Diese günstigen Preise gelten in beiden Ländern aktuell nur abseits von Autobahnen und Schnellstraßen. Ein wirklicher Kostenvorteil ergibt sich also nur, wenn man abfährt", warnt der Experte.
Überraschend ist die aktuelle Situation in Italien: Entgegen dem üblichen Tipp, vor der Italienreise noch in Österreich zu tanken, können die italienischen Preise aufgrund einer deutlichen Steuersenkung aktuell sogar günstiger sein als jene an heimischen Tankstellen. Es kann sich also durchaus lohnen, erst im Zielland zu tanken.
In Ungarn und der Slowakei gelten günstigere Preise durch staatliche Eingriffe üblicherweise nur für Inländer. Österreichische Autofahrer zahlen mit ihrem Kennzeichen meist einen deutlich höheren Preis, wodurch die Kostenersparnis gering bleibt.
"Fährt man über Ostern nach Norden, ist Tschechien nach aktuellen Daten günstiger als Österreich. Wer nach Deutschland fährt, tankt dagegen besser noch im Inland, da die deutschen Preise wie üblich über jenen in Österreich liegen", fasst Graf zusammen.
Der ÖAMTC bietet verschiedene digitale Hilfsmittel für die Osterreise. Alle aktuellen Informationen zu Verkehr, Tanken und Parken sind frei zugänglich in der ÖAMTC-App verfügbar. Mitglieder können über den Nothilfe-Assistenten in der App auch Pannenhilfe und Schutzbrief-Nothilfe anfordern.
Zusätzlich stellt der Automobilclub eine detaillierte Grafik mit allen potenziellen Staupunkten und verkehrsrelevanten Baustellen zur Verfügung. Diese kann kostenfrei auf der ÖAMTC-Website heruntergeladen werden und bietet eine übersichtliche Darstellung aller kritischen Verkehrspunkte während der Osterfeiertage.
Die Verkehrsexperten empfehlen, die Reisezeiten wenn möglich zu verteilen und alternative Routen zu nutzen, um den größten Staus zu entgehen. Mit der richtigen Vorbereitung und flexibler Zeitplanung lässt sich auch die verkehrsreiche Osterzeit entspannt bewältigen.