Gemeinde erweitert Betreuungsangebot mit zusätzlicher Kindergartengruppe und neuem Musikheim
In Gresten-Land startet ein zukunftsweisendes Projekt: Der Kindergarten wird um eine weitere Gruppe erweitert und erhält ein Musikheim im Obergeschoß.
Mit dem gestrigen Spatenstich ist in Gresten-Land ein wichtiges Infrastrukturprojekt angelaufen: Der bestehende dreigruppige Kindergarten wird im Rahmen der niederösterreichischen Betreuungsoffensive um eine vierte Gruppe erweitert. Gleichzeitig entsteht im Obergeschoß des neuen Gebäudeteils ein Musikheim, das der örtlichen Musikkapelle als Proberaum dienen wird.
"Moderne Kinderbetreuungseinrichtungen sind eine Investition in frühkindliche Bildung", betonte Familien-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Spatenstichfeier. Das Projekt wird über den niederösterreichischen Schul- und Kindergartenfonds mit einer Zinsförderung in Höhe von über 230.000 Euro unterstützt.
Die Landesrätin sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Baustein für die Kinderbetreuung in der Region: "Mit diesem Projekt setzen wir gemeinsam einen bedeutenden Schritt, um unseren Kindern die bestmöglichen Rahmenbedingungen für eine gute Entwicklung und eine liebevolle Betreuung zu bieten."
Besonders hervorzuheben ist die intelligente Doppelnutzung des Gebäudes. Während im Erdgeschoß die neue Kindergartengruppe untergebracht wird, dient das Obergeschoß als Musikheim. "Mit dem geplanten Musikheim bündelt die Gemeinde Ressourcen und schafft einen Ort, an dem musikalische Tradition und Kultur hochgehalten werden", erläuterte Teschl-Hofmeister die Vorteile dieser Lösung.
Diese Form der Mehrfachnutzung ist nicht nur kostensparend, sondern stärkt auch das kulturelle Leben in der Gemeinde. Das neue Musikheim wird der örtlichen Musikkapelle moderne Probebedingungen bieten und könnte künftig auch für andere kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.
Der Erfolg der niederösterreichischen Betreuungsoffensive wird durch aktuelle Zahlen der Statistik Austria untermauert. Im Monitoring-Bericht zur elementaren Bildung 2024/2025 erreicht Niederösterreich bei den drei- bis fünfjährigen Kindern eine Besuchsquote von 98,2 Prozent - der Spitzenwert im bundesweiten Vergleich.
Auch bei den jüngeren Kindern zeigt sich ein positiver Trend: Die Besuchsquote der null- bis zweijährigen Kinder liegt bei 38,6 Prozent, was einem Anstieg von 3,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht und Platz drei im Bundesländervergleich bedeutet.
Besonders beeindruckend sind die Einzelwerte nach Altersgruppen: Niederösterreich führt bei den Zweijährigen mit 82,1 Prozent, bei den Dreijährigen mit 97,2 Prozent und bei den Vierjährigen mit 98,8 Prozent jeweils den Bundesländervergleich an.
"Diese Zahlen untermauern die Anstrengungen vom Land Niederösterreich und den Gemeinden für das gute Netz an Kinderbetreuungsangeboten im ganzen Land", zeigt sich Teschl-Hofmeister zufrieden mit der Entwicklung.
Die 2022 gestartete "NÖ Betreuungsoffensive" basiert auf drei zentralen Säulen: Vormittag gratis, Nachmittag leistbar und ein bedarfsgerechtes Angebot in Wohnortnähe. Bereits 585 Gruppen haben den erhöhten Fördersatz von 48,8 Prozent zugesichert bekommen.
"Das heißt, dass wir mehr als zwei Drittel der Gruppen, die wir bis zum Ende unserer Förderinitiative Ende 2027 bauen müssen, bereits zugesichert haben", bilanziert die Landesrätin. Besonders erfreulich: Obwohl die Offensive noch bis 2027 läuft, können bereits 99 Prozent der Gemeinden den ersten Zweijährigen einen Betreuungsplatz anbieten - entweder in der eigenen Gemeinde oder über Kooperationen mit Nachbargemeinden.
Das finanzielle Engagement für die Kinderbetreuung ist beachtlich: Land Niederösterreich und die Gemeinden investieren bis Ende 2027 insgesamt 750 Millionen Euro zusätzlich in den Ausbau der Kinderbetreuung. Diese Summe fließt nicht nur in neue Gebäude, sondern auch in die Verbesserung bestehender Einrichtungen.
Ein wichtiger Aspekt der Offensive ist die Flexibilisierung der Betreuungszeiten. "Die Zahlen zeigen, dass wir gemeinsam mit den Gemeinden mit der 'NÖ Betreuungsoffensive' an den richtigen Hebeln ansetzen: bei der Reduktion der Schließtage in den Kindergärten im Sommer sowie bei der bedarfsgerechten Verlängerung der Öffnungszeiten in den Kinderbetreuungseinrichtungen", erklärt Teschl-Hofmeister.
Die Erweiterung des Kindergartens in Gresten-Land ist ein wichtiger Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Region. Mit der zusätzlichen Gruppe können mehr Kinder betreut werden, was insbesondere berufstätigen Eltern zugutekommt.
Die Kombination aus Kindergartenerweiterung und Musikheim zeigt, wie moderne Gemeindepolitik funktioniert: Durch intelligente Planung werden sowohl die Bedürfnisse der Familien als auch das kulturelle Leben der Gemeinde gestärkt. Das Projekt in Gresten-Land könnte als Modell für andere Gemeinden dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Das Projekt in Gresten-Land ist nur eines von vielen, die im Rahmen der niederösterreichischen Betreuungsoffensive realisiert werden. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze setzt das Land auf eine langfristige Strategie, die sowohl demografische Entwicklungen als auch veränderte Arbeitsmodelle berücksichtigt.
Die Zahlen sprechen für sich: Niederösterreich hat sich in der Kinderbetreuung an die Spitze der Bundesländer gesetzt und bietet Familien heute eine Infrastruktur, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Projekte wie jenes in Gresten-Land zeigen, dass diese Entwicklung auch in kleineren Gemeinden ankommt und dort konkrete Verbesserungen für die Familien bringt.