Am 5. Februar 2026 kündigte Agnes Prammer, Sicherheitssprecherin der Grünen, eine bedeutende Veränderung im österreichischen Waffengesetz an. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die psychologischen Überprüfungen für Waffenbesitzer zu verschärfen. Diese Entscheidung folgt monatelangem Druck se
Am 5. Februar 2026 kündigte Agnes Prammer, Sicherheitssprecherin der Grünen, eine bedeutende Veränderung im österreichischen Waffengesetz an. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die psychologischen Überprüfungen für Waffenbesitzer zu verschärfen. Diese Entscheidung folgt monatelangem Druck seitens der Grünen, die sich für strengere Regelungen einsetzen. Prammer betont, dass die neuen Bestimmungen einen grundlegenden Systemwechsel darstellen, der den Schutz der Öffentlichkeit nachhaltig stärken soll.
Die geplanten Änderungen beinhalten verpflichtende persönliche Explorationsgespräche und klare Qualitätsstandards, die die bisher üblichen Schnellverfahren ersetzen sollen. Diese Schritte sind Teil einer umfassenden Reform, die darauf abzielt, die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen. Doch was bedeutet dieser Systemwechsel konkret?
Ein Explorationsgespräch ist ein ausführliches Interview, das von Psychologen durchgeführt wird, um die Eignung einer Person für den Waffenbesitz zu beurteilen. Es geht dabei um eine tiefere Analyse der psychischen Gesundheit und der Motivation des Antragstellers. Diese Gespräche stellen sicher, dass keine Personen mit potenziell gefährlichen Absichten Zugang zu Waffen erhalten.
Die Diskussion um Waffengesetze ist in Österreich nicht neu. Bereits in den 1990er Jahren wurden erste Schritte unternommen, um den Zugang zu Waffen zu regulieren. Damals wurden psychologische Tests eingeführt, um die Eignung von Waffenbesitzern zu überprüfen. Diese Tests waren jedoch oft oberflächlich und konnten potenzielle Risiken nicht vollständig ausschließen.
Die jüngsten Entwicklungen in Europa und weltweit, wie etwa in Neuseeland und Serbien, haben gezeigt, dass strengere Waffengesetze und Rückgabeprogramme effektiv zur Reduzierung von Waffengewalt beitragen können. In Neuseeland führte ein solches Programm zur Rückgabe von 65.000 Waffen innerhalb von sechs Monaten, während Serbien im Jahr 2023 sogar 100.000 Waffen einsammelte.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreichs Waffengesetze bisher weniger streng waren. In Deutschland beispielsweise sind die Anforderungen an die psychologische Eignung und die Nachweise zur sicheren Aufbewahrung von Waffen deutlich strenger. Die Schweiz hingegen, bekannt für ihre hohe Waffenbesitzrate, hat in den letzten Jahren ebenfalls Maßnahmen zur Verschärfung der Kontrollen ergriffen.
Die verschärften Waffengesetze werden direkte Auswirkungen auf Waffenbesitzer in Österreich haben. Personen, die bereits im Besitz einer Waffe sind, müssen sich ebenfalls den neuen psychologischen Prüfungen unterziehen. Dies bedeutet für viele eine zusätzliche Hürde, die jedoch notwendig ist, um die Sicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten.
Ein konkretes Beispiel für die Auswirkungen dieser Reform ist die Einführung von Rückgabeprogrammen für illegale Waffen. Diese Programme sollen Anreize schaffen, um nicht registrierte Waffen abzugeben, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Solche Initiativen haben sich international als effektiv erwiesen und könnten auch in Österreich zur Verringerung der Waffengewalt beitragen.
Statistiken zeigen, dass Österreich im internationalen Vergleich eine relativ hohe Anzahl an Waffen pro Kopf aufweist. Diese Zahl könnte durch die geplanten Reformen und Rückgabeprogramme signifikant gesenkt werden. Experten schätzen, dass durch die neuen Maßnahmen mehrere tausend Waffen aus dem Verkehr gezogen werden könnten, was zu einer spürbaren Erhöhung der öffentlichen Sicherheit führen würde.
Die Zukunft der Waffengesetze in Österreich hängt stark von der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern ab. Agnes Prammer fordert, dass die Bundesländer die Reformen ebenfalls umsetzen, um eine flächendeckende Wirkung zu gewährleisten. Dies ist entscheidend, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu maximieren und die Prävention von Waffengewalt zu stärken.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Gesetze an aktuelle Entwicklungen und Bedrohungen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Maßnahmen langfristig effektiv bleiben und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet ist.
Die geplanten Änderungen im österreichischen Waffengesetz stellen einen wichtigen Schritt in Richtung erhöhter öffentlicher Sicherheit dar. Durch strengere psychologische Prüfungen und Rückgabeprogramme für illegale Waffen soll die Gewaltprävention gestärkt werden. Doch damit diese Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten können, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern unerlässlich.
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