3 Millionen Analysen jährlich auf 45 Metern vollautomatisierter High-Tech-Diagnostik
Das neue Zentrallabor der Klinik Favoriten revolutioniert die medizinische Diagnostik in Wien mit modernster Automatisierung und Infrastruktur.
Wien setzt einen weiteren Meilenstein in der modernen Gesundheitsversorgung: Das neue Zentrallabor der Klinik Favoriten ist offiziell in Betrieb und bringt High-Tech-Diagnostik auf ein neues Level. Mit einer 45 Meter langen vollautomatisierten Laborstraße und der Kapazität für drei Millionen Analysen jährlich wird die medizinische Versorgung für rund 500.000 Patienten pro Jahr revolutioniert.
"Das neue Zentrallabor ermöglicht schnellere Diagnosen, höhere Sicherheit im Umgang mit Infektionskrankheiten und eine stabile Versorgung auch in Krisenzeiten", betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker die Bedeutung des Projekts. Das Labor sei gleichzeitig Infrastruktur-, Innovations-, Gesundheits- sowie Standortprojekt und mache Wien zu einem noch attraktiveren Arbeitsplatz für Fachkräfte.
Die Dimension der neuen Einrichtung wird durch die Zahlen deutlich: Jährlich werden hier drei Millionen Analysen an etwa 500.000 Patienten durchgeführt. Mehr als 370 topmoderne Geräte ermöglichen die gesamte Bandbreite der labormedizinischen Diagnostik. Diese Kapazität ist nicht nur beeindruckend, sondern auch systemrelevant für die Wiener Gesundheitsversorgung.
"Laborbefunde bilden eine tragende Grundlage klinischer Entscheidungsprozesse", erklärt Michael Binder, Medizinischer Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes. "Ein Großteil zentraler medizinischer Fragestellungen – darunter Diagnosestellung, Therapieeinleitung sowie Aufnahme- oder Entlassungsentscheidungen – stützt sich auf labordiagnostische Ergebnisse. Im stationären Bereich gilt dies für nahezu alle klinisch relevanten Entscheidungen."
Das Herzstück des neuen Labors ist eine 45 Meter lange, vollautomatisierte Laborstraße, die in dieser Form in Wiener Spitälern einzigartig ist und auch international noch nicht flächendeckend Standard darstellt. Die Proben gelangen per Rohrpost aus der gesamten Klinik zu dieser Straße, werden dort in Zentrifugen, Analyseautomaten und weiteren Geräten bearbeitet und anschließend ins Archiv weitergeleitet.
Diese Automatisierung bringt entscheidende Vorteile mit sich: Schnellere Bearbeitungszeiten, reduzierte Fehlerquellen und eine höhere Effizienz bei gleichzeitig verbesserter Qualität der Diagnostik. Für die Patienten bedeutet das konkret: schnellere Diagnosen und damit verbunden eine raschere Behandlung.
NEOS-Gesundheitssprecherin Jing Hu sieht in dem neuen Labor ein Paradebeispiel für moderne Gesundheitspolitik: "Das neue Zentrallabor zeigt ganz genau, wie moderne Gesundheitspolitik heute aussehen muss: digital, effizient und krisenfest. Mit der vollautomatisierten Laborstraße wird Innovation hier nicht versprochen, sondern konkret umgesetzt – ein wichtiger Schritt für ein zukunftsfites, resilient aufgestelltes Wiener Gesundheitssystem."
Die Klinik Favoriten nimmt in der Arbeit mit infektiösen Proben eine Schlüsselrolle innerhalb des Wiener Gesundheitsverbundes ein. Dies wurde besonders während der COVID-19-Pandemie deutlich, als das Laborteam unter der Leitung von Manuela Födinger einen neuartigen Lutschertest für Kinder entwickelte – eine Innovation, die international Beachtung fand.
Da die Planung für das neue Labor genau während der Pandemie startete, flossen alle Erkenntnisse aus dieser herausfordernden Zeit direkt in den Neubau ein. Dies macht das Labor nicht nur für den normalen Betrieb optimal ausgestattet, sondern auch für zukünftige Krisensituationen bestens gerüstet.
Ein besonders innovativer Aspekt des neuen Labors ist die direkte räumliche Verbindung mit der Pathologie. Diese Anordnung schafft neue Synergien und folgt einem international geforderten Modell, das Labormedizin und Pathologie in der Hämato-Onkologie eng verzahnt. Diverse Infrastruktur wird künftig gemeinsam genutzt, was zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen und besseren Zusammenarbeit führt.
Das neue Labor beschränkt sich nicht nur auf die Diagnostik, sondern verfügt auch über einen eigenen Bereich für Forschung und Entwicklung. "Das bietet für Mitarbeiter viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten, der nun erfolgende Zentrumsaufbau eine Top-Ausbildung in allen Bereichen der Labormedizin", freut sich Manuela Födinger, Leiterin des Instituts für Labordiagnostik in der Klinik Favoriten.
Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität sowie der internationale Austausch, die die Forschung und Medizin am Standort stetig vorantreiben. Diese Vernetzung macht das Labor nicht nur zu einem Ort der Diagnostik, sondern auch zu einem Zentrum der medizinischen Weiterbildung und Innovation.
Beeindruckend ist nicht nur die technische Ausstattung des Labors, sondern auch die Geschwindigkeit der Umsetzung. Der Neubau startete Anfang 2024 und wurde in Rekordzeit fertiggestellt. Übersiedelung und Inbetriebnahme erfolgten Schritt für Schritt bei laufendem Betrieb und exakt im Zeitplan – eine logistische Meisterleistung.
Das Gebäude umfasst rund 2.000 Quadratmeter Nutzfläche auf vier Geschoßen. Eine kompakte Bauweise optimiert das Oberflächen-Volumen-Verhältnis und verbessert gemeinsam mit der thermisch hochwertigen Holzfassade die Energieeffizienz erheblich. Großzügige Fensterflächen, ein großer Aufenthaltsbereich samt Loggia und eine generell durchdachte Raumaufteilung sorgen für ein helles und modernes Arbeitsumfeld.
"Dieses nachhaltige Gebäude verbindet Funktionalität mit Ästhetik. Obwohl es ein technisches Gebäude ist, wurden sehr viele Gedanken in Design und gestalterische Details gesteckt", erklärt Michael Lischent, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH. Von Beginn an waren die Mitarbeiter direkt in den Planungsprozess miteingebunden, was zu einem Arbeitsplatz führte, der sowohl funktional als auch ansprechend gestaltet ist.
Das neue Labor ist eingebettet in eine groß angelegte Weiterentwicklung des gesamten Standorts Favoriten. Viele Projekte sind bereits erfolgreich abgeschlossen worden, darunter die Radiologie, das Brustgesundheitszentrum und das Interventionelle Gefäßzentrum. Diese schrittweise Modernisierung macht die Klinik Favoriten zu einem der modernsten Gesundheitsstandorte Österreichs.
Für die Zukunft sind weitere große Projekte geplant: Für die neue Psychiatrie sowie den großen Zentralbau, das zukünftige Herzstück der Klinik, werden aktuell umfassende vorbereitende Baumaßnahmen getroffen. Diese kontinuierliche Weiterentwicklung zeigt das langfristige Engagement der Stadt Wien für eine erstklassige Gesundheitsversorgung.
Das neue Zentrallabor der Klinik Favoriten ist mehr als nur eine technische Verbesserung – es ist ein Statement für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Wien. Mit seiner hochmodernen Ausstattung, der vollautomatisierten Probenbearbeitung und der integration von Forschung und Ausbildung setzt es neue Maßstäbe.
Die Investition in diese Infrastruktur zeigt, dass Wien bereit ist, in die Gesundheit seiner Bürger zu investieren und dabei auf modernste Technologien zu setzen. Gleichzeitig wird Wien als Standort für medizinische Fachkräfte und Forscher noch attraktiver, was langfristig der gesamten Gesundheitsversorgung zugutekommt.
Mit drei Millionen Analysen jährlich und der Betreuung von 500.000 Patienten wird das neue Labor einen erheblichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Wien und der Region leisten. Es ist ein Beispiel dafür, wie durch kluge Planung, moderne Technologie und nachhaltiges Bauen die Medizin der Zukunft heute schon Realität werden kann.