Am 7. November 2025 hat der Dachverband der Nutztierhaltung in Österreich (NTÖ) einen Appell an die Politik und Verwaltung gerichtet. Die laufende Debatte über geänderte Kriterien beim Einkauf in der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln soll sachlich und mit Augenmaß geführt werden. Der NTÖ be
Am 7. November 2025 hat der Dachverband der Nutztierhaltung in Österreich (NTÖ) einen Appell an die Politik und Verwaltung gerichtet. Die laufende Debatte über geänderte Kriterien beim Einkauf in der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln soll sachlich und mit Augenmaß geführt werden. Der NTÖ betont die Notwendigkeit einer faktenbasierten Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der heimischen Landwirtschaft, um ideologisch geprägte Diskussionen zu vermeiden.
Die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln in Österreich steht vor einer entscheidenden Phase. Der vorliegende Entwurf zur Änderung des naBe-Plans, der nachhaltigen Beschaffung von Lebensmitteln, wird aktuell diskutiert. Stakeholder haben die Möglichkeit, ihre Stellungnahmen abzugeben, und ein Meeting bietet Raum für den Austausch unterschiedlicher Positionen. Der Prozess soll nicht vorverurteilt werden, sondern die Kriterien des naBe-Plans sollen, wenn nötig, unter Einbeziehung der Branchenvertreter überarbeitet werden.
Der naBe-Plan ist ein strategisches Instrument zur Förderung der nachhaltigen Beschaffung in Österreich. Er setzt auf ökologische und soziale Standards, die bei der Auswahl von Produkten berücksichtigt werden sollen. Ziel ist es, den Anteil hochwertiger heimischer Produkte zu steigern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.
In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Initiativen zur nachhaltigen Beschaffung. Deutschland hat mit dem „Blauen Engel“ ein Umweltzeichen, das Produkte und Dienstleistungen kennzeichnet, die besonders umweltfreundlich sind. Die Schweiz setzt auf das „Umweltzeichen der Schweiz“, das ähnliche Ziele verfolgt. Österreich kann von diesen Modellen lernen und seine eigenen Standards weiterentwickeln.
Für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern ist die nachhaltige Beschaffung von großer Bedeutung. Sie sichert ihre Existenz und fördert die regionale Wirtschaft. Wenn öffentliche Einrichtungen importierte Billigprodukte bevorzugen, obwohl heimische Produzenten nachhaltiger wirtschaften, leidet die lokale Landwirtschaft. Ein Umdenken in der Beschaffung könnte den mengen- und wertmäßigen Anteil hochwertiger heimischer Produkte erhöhen.
Österreichs Nutztierhaltung erfüllt bereits hohe Standards bei Tiergesundheit, Umwelt- und Klimaschutz sowie Qualitätssicherung. Diese Leistungen müssen im Beschaffungswesen stärker berücksichtigt werden. Laut einer Studie der Universität Wien könnten durch eine Umstellung auf nachhaltige Beschaffung allein in Wien jährlich bis zu 10.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Experten betonen, dass eine nachhaltige Beschaffung nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bietet. Sie fördert Innovationen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft. Markus Lukas, Obmann des NTÖ, fordert einen verpflichtenden, jährlichen Nachhaltigkeitsbericht seitens der Beschaffer von Lebensmitteln im öffentlichen Dienst, um den Status Quo zu erheben und Verbesserungsmaßnahmen zu dokumentieren.
Die Zukunft der öffentlichen Beschaffung in Österreich liegt in der Nachhaltigkeit. Eine faktenbasierte Diskussion kann dazu beitragen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die heimische Landwirtschaft zu stärken. Langfristig könnte dies die Resilienz der österreichischen Landwirtschaft erhöhen und das Land unabhängiger von Importen machen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln ein entscheidender Schritt für die Zukunft Österreichs ist. Der NTÖ fordert eine sachliche Diskussion und die Berücksichtigung der hohen Standards der heimischen Landwirtschaft. Nur so kann eine nachhaltige und faire Lebensmittelversorgung gewährleistet werden.
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