Am 21. November 2025 veröffentlichte die EU-Kommission alarmierende Zahlen zur Online-Piraterie, die auch in Österreich hohe Wellen schlagen. Der SPÖ-EU-Abgeordnete Hannes Heide betonte die Dringlichkeit, gegen illegales Streaming vorzugehen, da jährlich bis zu 30 Milliarden Euro in dunklen Kanälen
Am 21. November 2025 veröffentlichte die EU-Kommission alarmierende Zahlen zur Online-Piraterie, die auch in Österreich hohe Wellen schlagen. Der SPÖ-EU-Abgeordnete Hannes Heide betonte die Dringlichkeit, gegen illegales Streaming vorzugehen, da jährlich bis zu 30 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwinden. Diese Summen fehlen sowohl im Sport- als auch im Kulturbereich, was langfristige Auswirkungen auf die Infrastruktur und Nachwuchsförderung hat.
Illegales Streaming beschreibt die unautorisierte Verbreitung von digitalen Inhalten wie Filmen, Serien und Sportübertragungen über das Internet. Diese Praxis hat in den letzten Jahren stark zugenommen, da immer mehr Menschen auf Streaming-Dienste zugreifen. Die EU-Kommission schätzt, dass der Schaden durch Online-Piraterie jährlich bis zu 30 Milliarden Euro beträgt. In Österreich ist der Sportsektor besonders betroffen, da Gelder, die für die Nachwuchsförderung und den Ausbau von Sportinfrastrukturen gedacht sind, fehlen.
Die Online-Piraterie hat sich parallel zur Verbreitung des Internets entwickelt. In den frühen 2000er Jahren begann die Verbreitung von Musik und Filmen über Peer-to-Peer-Netzwerke. Mit der Einführung von Streaming-Diensten wie Netflix und Spotify änderte sich das Konsumverhalten der Nutzer:innen, was jedoch auch neue Möglichkeiten für illegales Streaming eröffnete. Die EU hat in der Vergangenheit versucht, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern, doch die rasante technologische Entwicklung stellt eine kontinuierliche Herausforderung dar.
Während einige EU-Mitgliedsstaaten Fortschritte im Kampf gegen Online-Piraterie gemacht haben, hinken andere, darunter auch Österreich, hinterher. In Deutschland gibt es bereits strenge Gesetze gegen das illegale Streamen, die mit hohen Geldstrafen geahndet werden können. Die Schweiz verfolgt hingegen einen liberaleren Ansatz, indem sie den Fokus auf die Anbieter der illegalen Inhalte legt und weniger auf die Konsument:innen. Diese unterschiedlichen Ansätze zeigen, dass eine einheitliche europäische Lösung dringend erforderlich ist.
Die Auswirkungen von Online-Piraterie sind vielfältig. Für Konsument:innen besteht das Risiko, Opfer von Betrug zu werden. Fast 40 Prozent der Nutzer:innen illegaler Streaming-Plattformen berichten von Kreditkartenbetrug. Zudem fehlen den betroffenen Branchen wichtige Einnahmen, was zu einem Rückgang der Investitionen in neue Inhalte und Infrastruktur führt. Dies betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine Produzent:innen und Entwickler:innen, die auf faire Vergütungen angewiesen sind.
Laut der EU-Kommission sind die Verluste durch Online-Piraterie enorm. Jährlich gehen bis zu 30 Milliarden Euro verloren, die in die Förderung von Sport und Kultur fließen könnten. In Österreich sind besonders Fußballvereine betroffen, da ihnen wichtige Einnahmen durch illegale Übertragungen entgehen. Diese Gelder fehlen dann für die Nachwuchsförderung und den Ausbau von Sportstätten.
Hannes Heide fordert eine einheitliche europäische Lösung zur Bekämpfung der Online-Piraterie. Er begrüßt die Bestrebungen der EU-Kommission, einen Gesetzesvorschlag zu erarbeiten, der verbindliche Regeln für alle Mitgliedsstaaten festlegt. Eine solche Regelung könnte dazu beitragen, die Verluste durch illegales Streaming zu reduzieren und die betroffenen Branchen zu stärken.
Die Bekämpfung der Online-Piraterie ist eine dringende Aufgabe, die sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene angegangen werden muss. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag vorlegen wird und wie die Mitgliedsstaaten darauf reagieren. Klar ist, dass nur durch gemeinsame Anstrengungen die Zukunft der Sport- und Kulturbranche in Europa gesichert werden kann.
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