Am 8. November 2025, fast 87 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen der Novemberpogrome, erinnert die SPÖ an die Opfer dieser dunklen Nacht in der Geschichte Österreichs. Die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz, betont die bleibende Verantwortung, die aus der Vergangenheit erwächst
Am 8. November 2025, fast 87 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen der Novemberpogrome, erinnert die SPÖ an die Opfer dieser dunklen Nacht in der Geschichte Österreichs. Die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz, betont die bleibende Verantwortung, die aus der Vergangenheit erwächst, um eine Gesellschaft ohne Hass und Ausgrenzung zu schaffen.
Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des nationalsozialistischen Terrors. Synagogen wurden niedergebrannt, jüdische Geschäfte zerstört und unzählige Menschen gedemütigt, verschleppt und ermordet. Diese Ereignisse sind als Novemberpogrome bekannt, ein Begriff, der die systematische Gewalt gegen jüdische Bürger beschreibt. Der Begriff 'Pogrom' stammt aus dem Russischen und bedeutet 'Verwüstung' oder 'Zerstörung', was die brutale Natur dieser Angriffe treffend beschreibt.
Die Novemberpogrome waren der Höhepunkt einer langen Reihe von antisemitischen Maßnahmen, die die Nationalsozialisten seit ihrer Machtergreifung 1933 in Deutschland und Österreich eingeführt hatten. Bereits im April 1933 wurden Juden aus dem öffentlichen Dienst entlassen, und die Nürnberger Gesetze von 1935 entzogen ihnen die Bürgerrechte. Die Pogrome von 1938 waren jedoch die erste große, öffentlich sichtbare Gewaltaktion gegen Juden und markierten den Beginn der systematischen Vernichtung jüdischen Lebens.
Während Österreich und Deutschland die Hauptschauplätze der Novemberpogrome waren, gab es auch in anderen europäischen Ländern antisemitische Gewalt, wenngleich in geringerem Ausmaß. In der Schweiz und in den Niederlanden beispielsweise gab es zwar antisemitische Bewegungen, aber keine vergleichbaren Pogrome. In den USA führte die Berichterstattung über die Novemberpogrome zu einer Welle der Empörung und zu ersten Boykottaufrufen gegen deutsche Waren.
Die Novemberpogrome hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung in Österreich. Viele jüdische Familien verloren ihre Existenzgrundlage und sahen sich gezwungen, das Land zu verlassen. Diejenigen, die blieben, lebten in ständiger Angst vor weiterer Gewalt und Verfolgung. Ein Beispiel ist die Familie Rosenbaum aus Wien, deren Geschäft zerstört wurde und die schließlich nach England fliehen konnte, um der Verfolgung zu entgehen.
Laut historischen Aufzeichnungen wurden während der Novemberpogrome in Österreich über 30.000 jüdische Männer verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Mindestens 91 Menschen wurden getötet, und unzählige Synagogen und jüdische Geschäfte wurden zerstört. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt und die systematische Natur der Angriffe.
Der Historiker Dr. Michael Berger betont, dass die Novemberpogrome nicht nur ein Akt der Gewalt waren, sondern auch ein Testlauf für die systematische Vernichtung der Juden in Europa. ‚Die Pogrome dienten als Signal an die gesamte Bevölkerung, dass Juden keine Zukunft in Österreich und Deutschland haben würden‘, erklärt Berger.
Die Erinnerung an die Novemberpogrome ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft. Sabine Schatz betont, dass das Gedenken an die Opfer uns mahnt, wachsam zu bleiben und entschieden gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Geschichtsvergessenheit aufzutreten. ‚Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass ‚Nie wieder‘ nicht zu einer leeren Formel wird‘, so Schatz.
Die Novemberpogrome von 1938 waren ein Wendepunkt in der Geschichte des nationalsozialistischen Terrors. Die SPÖ erinnert an die Opfer und betont die Verantwortung, die aus der Vergangenheit erwächst. Die Geschichte mahnt uns, wachsam zu bleiben und aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus vorzugehen. Nur so können wir sicherstellen, dass ‚Nie wieder‘ nicht nur eine leere Floskel bleibt. Für weitere Informationen zum Thema können Sie die vollständige Pressemitteilung des SPÖ-Parlamentsklubs hier lesen.