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Immobilien bleiben beliebte Anlageform trotz Herausforderungen

BDO-Studie zeigt generationenspezifische Unterschiede bei Investitionsbereitschaft

7. April 2026 um 15:02
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Eine aktuelle Umfrage von BDO Austria zeigt: Österreicher sehen Immobilien weiterhin als attraktive Anlage, doch Generation Z ist investitionsfreudiger als Babyboomer.

Immobilien gelten in Österreich weiterhin als eine der bevorzugten Anlageformen, obwohl potenzielle Investoren durchaus kritische Aspekte wahrnehmen. Das zeigt das aktuelle BDO Immo Investment Barometer, für das 1.704 Personen ab 18 Jahren repräsentativ befragt wurden. Die Studie offenbart interessante generationenspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung von Immobilieninvestments.

Wertsteigerungspotenzial überzeugt am meisten

Knapp die Hälfte der Befragten (46,5%) sieht in der Möglichkeit starker Wertsteigerungen den größten Vorteil von Immobilieninvestments. Als zweiter wichtiger Pluspunkt wird die Stabilität als Einkommensquelle genannt (40,5%). Diese Eigenschaften machen Immobilien besonders für die Altersvorsorge interessant, wie die Umfrageergebnisse zeigen.

"Immobilien bieten Anleger:innen eine greifbare und langfristig orientierte Möglichkeit, Vermögen aufzubauen – gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten ein wichtiger Faktor", erklärt Bernd Winter, Partner und Head of Real Estate bei BDO Austria. Die Ergebnisse würden deutlich zeigen, dass Immobilieninvestments noch immer als eine der Königsklassen in Sachen Geldanlage wahrgenommen werden.

Als weitere Vorteile werden der Inflationsschutz (28,9%) und die geringere Schwankungsanfälligkeit im Vergleich zu Wertpapieren (27,7%) geschätzt. Diese Eigenschaften spiegeln sich auch in den Hauptmotivationen für Immobilienkäufe wider: Ein Fünftel der Befragten verspricht sich davon einen finanziell abgesicherten Ruhestand, weitere 18,9% möchten damit ihre Familie absichern.

Hohe Einstiegskosten als größte Hürde

Trotz der positiven Wahrnehmung sehen viele Österreicher auch deutliche Nachteile bei Immobilieninvestments. Die größte Hürde stellt die Verantwortung bei Problemen mit Mieter:innen dar (46,7%), gefolgt von den hohen Anfangsinvestitionen (42,4%).

Der Aufwand für Verwaltung und Instandhaltung wird von 37,6% der Befragten als problematisch eingestuft. Auch die eingeschränkte Verfügbarkeit des gebundenen Kapitals bereitet 31,6% der potenziellen Investoren Sorgen. Hohe Nebenkosten wie Steuern und Abgaben werden von 31,3% als relevantes Hindernis wahrgenommen.

Praktische Herausforderungen im Fokus

Die genannten Nachteile zeigen, dass österreichische Anleger sehr realistisch an Immobilieninvestments herangehen. Besonders die praktischen Aspekte der Vermietung und Verwaltung werden als zeitaufwendig und potenziell problematisch eingeschätzt. Diese Einschätzung spiegelt die Realität vieler Kleinvermieter wider, die neben ihrer Haupttätigkeit Immobilien verwalten müssen.

Generation Z zeigt höchste Investitionsbereitschaft

Besonders interessant sind die generationenspezifischen Unterschiede in der Wahrnehmung von Immobilieninvestments. Die Generation Z zeigt die höchste Bereitschaft, in Immobilien zu investieren (47,7%), während bei den Babyboomern nur 32,7% investitionsbereit sind.

Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der grundsätzlichen Wahrnehmung wider: Während die Generation Z vor allem die Vorteile im Blick hat (51,5%), sind Babyboomer deutlich zurückhaltender (36%). Winter gibt jedoch zu bedenken: "Nicht vergessen werden darf, dass in der letztgenannten Generation womöglich bereits Immobilienbesitz vorhanden ist, wodurch die Bereitschaft zu weiteren Investments in diese Assetklasse natürlich sinkt."

Familiengründungsphase als optimaler Zeitpunkt

Besonders in der Familiengründungsphase (30–45 Jahre) wird der Immobilienerwerb als sinnvoll erachtet (42,7%). Diese Lebensphase haben die Babyboomer bereits durchlaufen, was ihre geringere Investitionsbereitschaft zusätzlich erklärt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer zielgruppenspezifischen Ansprache und Beratung beim Thema Immobilieninvestments.

Gold konkurriert mit Immobilien

Im Vergleich verschiedener Anlageklassen zeigt sich ein interessantes Bild: Etwas mehr als die Hälfte der Befragten wäre bereit, in Gold und Edelmetalle zu investieren (54,2%). 40,3% würden ihr Kapital für selbst genutzten oder vermieteten Wohnraum ausgeben.

Diese Verteilung dürfte jedoch vor allem den hohen Anschaffungskosten für Immobilien geschuldet sein. Bei einer hypothetischen Anlagesumme von einer Million Euro würden die Befragten deutlich mehr Mittel in Immobilien investieren als in andere Veranlagungsformen. Dies zeigt, dass Immobilien grundsätzlich als attraktive Anlage gelten, die Einstiegshürden aber hoch sind.

Stabilität als Kernargument

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass Immobilieninvestments trotz der genannten Herausforderungen eine wichtige Rolle in der Vermögensplanung österreichischer Anleger spielen. Sie gelten als besonders sympathisches, nachhaltiges, ertragreiches und wenig riskantes Investment.

"Die Präferenz zu als sicher geltenden Assetklassen, die wir tagtäglich am Markt beobachten, hat sich auch in unserer Umfrage bestätigt", fasst Winter zusammen. "Wer heute in Immobilien investiert, setzt auf Stabilität, langfristige Rendite und eine solide Absicherung im Alter. Mit klarer Strategie sowie sorgfältiger Planung und Abwägung lassen sich die Potenziale voll ausschöpfen."

Ausblick und Empfehlungen

Die Studie zeigt, dass Immobilien auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als verlässliche Anlageform wahrgenommen werden. Für potenzielle Investoren ist jedoch eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken entscheidend. Besonders die praktischen Aspekte der Immobilienverwaltung sollten nicht unterschätzt werden.

Die generationenspezifischen Unterschiede in der Wahrnehmung machen deutlich, dass eine differenzierte Beratung je nach Altersgruppe und Lebenssituation erforderlich ist. Während jüngere Anleger vor allem die Chancen sehen, sollten sie auch über die Herausforderungen aufgeklärt werden. Ältere Investoren hingegen benötigen möglicherweise Unterstützung dabei, die Vorteile moderner Immobilieninvestments zu erkennen.

Das BDO Immo Investment Barometer basiert auf einer repräsentativen Konsumentenbefragung, die im zweiten Halbjahr 2024 von marketagent durchgeführt wurde und liefert somit ein fundiertes Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung zum Thema Immobilieninvestments.

Schlagworte

#Immobilien#Investment#BDO#Österreich#Anlageformen

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