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Ö3-Studie: Jede vierte junge Person psychisch belastet

BÖP fordert mehr klinisch-psychologische und schulpsychologische Unterstützung

16. April 2026 um 06:51
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26% der Jugendlichen fühlen sich psychisch schlecht. Berufsverband der Psychologen warnt vor steigenden psychischen Erkrankungen.

Die aktuelle Ö3-Jugendstudie zeigt alarmierende Zahlen zur psychischen Gesundheit junger Menschen: Jede vierte Person zwischen 16 und 25 Jahren fühlt sich psychisch eher schlecht oder sehr schlecht. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) sieht dringenden Handlungsbedarf.

Optimismus trotz psychischer Belastungen

Obwohl 86% der befragten Jugendlichen ihrer persönlichen Zukunft optimistisch entgegensehen, zeigen sich deutliche Auswirkungen aktueller Krisen auf ihre psychische Gesundheit. 59% gaben an, dass ihnen die weltweite Situation rund um Klima, Kriege, Armut, Diktaturen und Zuwanderung Angst macht. Besonders beschäftigen die jungen Menschen Sorgen um Geld, soziale Unruhen, Zuwanderung, Wirtschaftskrisen und die Umwelt.

Problematisch ist auch die anhaltende Tabuisierung: 38% der Befragten sehen psychische Probleme als Tabuthema, über das man besser nicht sprechen sollte.

Frühe Intervention entscheidend

"Diese Zahlen verdeutlichen, was wir als Psychologinnen und Psychologen schon lange wissen: Junge Menschen befinden sich in einer Lebenslage, in der sie zahlreichen psychischen Belastungen ausgesetzt sind", erklärt BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. "Bei psychischen Belastungen und Erkrankungen gilt: Je schneller reagiert wird, desto besser."

Sie warnt vor den Folgen unterlassener Hilfe: "Wenn nichts dagegen unternommen wird, sehen wir einer großen Anzahl psychischer Erkrankungen in der Zukunft entgegen."

Projekt "Gesund aus der Krise" zeigt hohen Bedarf

Das Projekt "Gesund aus der Krise" bietet klinisch-psychologische, gesundheitspsychologische, psychotherapeutische und musiktherapeutische Behandlung für Kinder und Jugendliche an. Es stellt aktuell einen anhaltend hohen Unterstützungsbedarf bei jungen Menschen fest.

Schulpsychologie als Schutzfaktor stärken

Die Studienergebnisse zeigen auch, dass sich die Generation Z zahlreiche Veränderungen in der Schule wünscht: mehr Wissen für das Leben, Allgemeinwissen, Raum für Diskussionen und interaktives Lernen. Der BÖP sieht darin einen Auftrag für die Schulpsychologie.

"Die Schule ist ein zentraler Ort für junge Menschen. In einer ihrer sensibelsten Lebensphasen verbringen sie den Großteil ihrer Zeit in der Schule. Es sollte selbstverständlich sein, dass an so einem prägenden Ort Expert:innen für mentale Gesundheit vor Ort sind", betont Wimmer-Puchinger.

Zudem könnten Schulpsychologen die überlasteten Lehrkräfte entlasten: "Lehrkräfte stehen unter enormem Druck. Schulpsycholog:innen können dabei helfen, sie zu entlasten, wodurch diese mehr Kapazitäten für ihre Schüler:innen haben."

An der Ö3-Jugendstudie nahmen rund 13.500 Personen zwischen 16 und 25 Jahren teil. Der BÖP fordert angesichts der Ergebnisse eine präventive Herangehensweise an psychische Probleme, um eine massive Zunahme psychischer Störungen in der Zukunft zu verhindern.

Schlagworte

#Jugend#Psychische Gesundheit#Schulpsychologie#Österreich#BÖP

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