Die aktuellen Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie zeichnen ein besorgniserregendes Bild der psychischen Gesundheit junger Menschen: 26% der Befragten gaben an, sich psychisch eher schlecht oder sehr schlecht zu fühlen.
Die aktuellen Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie zeigen: 26% der befragten jungen Menschen zwischen 16 und 25 Jahren gaben an, sich psychisch eher schlecht oder sehr schlecht zu fühlen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten außerdem Sorgen über wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen.
Trotz der multiplen Belastungen gaben 86% der Befragten an, optimistisch in ihre persönliche Zukunft zu blicken. Gleichzeitig machen ihnen weltweite Entwicklungen rund um Klima, Kriege, Armut, Diktaturen und Zuwanderung Angst (59%).
38% der Befragten sehen psychische Probleme als Tabuthema, über das man besser nicht sprechen sollte.
„Diese Zahlen verdeutlichen, was wir als Psychologinnen und Psychologen schon lange wissen: Junge Menschen befinden sich in einer Lebenslage, in der sie zahlreichen psychischen Belastungen ausgesetzt sind“, so a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. „Bei psychischen Belastungen und Erkrankungen gilt: Je schneller reagiert wird, desto besser. Es ist wichtig, psychische Belastungen junger Menschen ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln. Wenn nichts dagegen unternommen wird, sehen wir einer großen Anzahl psychischer Erkrankungen in der Zukunft entgegen.“
Klinische Psycholog:innen mit Schwerpunkt Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie sind wichtige Ansprechpartner:innen für psychische Belastungen von jungen Menschen. Sie sind auch Teil des Projekts „Gesund aus der Krise“, in dem klinisch-psychologische, gesundheitspsychologische, psychotherapeutische und musiktherapeutische Behandlung angeboten wird und das sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, die derzeitigen multiplen Krisen zu bewältigen. Aktuell stellt „Gesund aus der Krise“ bei jungen Menschen einen anhaltend hohen Unterstützungsbedarf fest. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier: https://gesundausderkrise.at/
Aus den Umfrageergebnissen geht außerdem hervor, dass sich die Generation Z zahlreiche Veränderungen in der Schule wünscht, vor allem mehr Wissen für das Leben, Allgemeinwissen, Raum für Diskussionen und interaktives Lernen. Der BÖP nimmt dies zum Anlass, die Wichtigkeit der Schulpsychologie zu unterstreichen.
„Die Schule ist ein zentraler Ort für junge Menschen. In einer ihrer sensibelsten Lebensphasen verbringen sie den Großteil ihrer Zeit in der Schule. Es sollte selbstverständlich sein, dass an so einem prägenden Ort Expert:innen für mentale Gesundheit vor Ort sind“, betont a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. Gleichzeitig plädiert der BÖP für eine Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Psycholog:innen. „Lehrkräfte stehen unter enormem Druck. Schulpsycholog:innen können dabei helfen, sie zu entlasten, wodurch diese mehr Kapazitäten für ihre Schüler:innen haben“, so a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.
An der Ö3-Jugendstudie nahmen im März 2026 insgesamt rund 13.500 Personen zwischen 16 und 25 Jahren teil. Angesichts der Ergebnisse der Studie macht der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) auf die Wichtigkeit der Psychologie, insbesondere der Klinischen Psychologie und Schulpsychologie, im Umgang mit jungen Menschen aufmerksam. Psychische Probleme und Belastungen müssen präventiv angegangen werden.