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Asbestskandal weitet sich aus: Vier Bundesländer betroffen

25. März 2026 um 07:23
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Ein Umweltskandal erschüttert Österreich: Was zunächst als lokales Problem im Burgenland galt, entpuppt sich als bundesweite Krise.

Eine aktuelle Falter-Recherche sowie die neuesten Greenpeace-Enthüllungen offenbaren ein jahrzehntelanges Behördenversagen in der Causa Asbest. Zudem zeigt sich, dass inzwischen nicht nur das Burgenland, sondern auch Niederösterreich, die Steiermark und sogar Ungarn betroffen sind. Die Reaktionen auf die Enthüllungen könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein. Während Niederösterreich präventiv handelt, betroffene Plätze sperrt und belastetes Material abtransportieren lässt, wird die Asbestgefahr im Burgenland und in der Steiermark kleingeredet. Dieser unterschiedliche Umgang mit der Asbestgefahr ist inakzeptabel. Die betroffene Bevölkerung verdient in ganz Österreich denselben Schutz. Daher muss die Bundesregierung dringend einschreiten.

Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich: „Wir können nicht zulassen, dass der Schutz vor Asbest davon abhängt, in welchem Bundesland man lebt. Die Bundesregierung muss dringend einschreiten, für einen umfassenden Schutz in allen Bundesländern und eine vollständige Aufklärung sorgen.“

Vom Burgenland nach Europa: Die Ausbreitung des Skandals

Neben den bereits bekannten Standorten im Burgenland nennt Greenpeace auch Belastungen in Niederösterreich und der Steiermark; zudem wird in den Enthüllungen Ungarn als betroffen aufgeführt.

Unterschiedliche Reaktionen der Bundesländer sorgen für Kritik

Während Niederösterreich präventive Maßnahmen ergreift, betroffene Standorte sperrt und kontaminiertes Material fachgerecht entsorgen lässt, zeigen sich Burgenland und Steiermark zurückhaltender. Greenpeace fordert daher einheitliche Schutzmaßnahmen und ein Eingreifen der Bundesregierung.

Jahrzehntelanges Behördenversagen aufgedeckt

Die Falter-Recherche stellt dar, dass die Asbestproblematik im Burgenland über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, mutmaßlich bewusst ignoriert oder kleingeredet wurde. Eine mögliche Vertuschung steht im Raum; im Mittelpunkt der Vorwürfe steht das Arbeitsinspektorat. Die zuständige Ministerin Schumann muss dafür sorgen, dass der Fall restlos und transparent aufgeklärt wird.

Greenpeace fordert sofortiges Handeln der Bundesregierung

Greenpeace hat einen Forderungskatalog an die österreichische Bundesregierung gerichtet. Gefordert werden unter anderem eine bundesweite Koordination der Schutzmaßnahmen, finanzielle Hilfen für Betroffene sowie eine lückenlose Erhebung aller belasteten Standorte und gesicherte Entsorgungsmöglichkeiten.

  • Bundesweite Koordination & finanzielle Hilfe: Lückenlose Erhebung aller belasteten Standorte, gesicherte und wirtschaftlich verträgliche Entsorgungsmöglichkeiten sowie ein Katastrophenfonds für betroffene Privatpersonen und Klein- und Mittelbetriebe – analog zu den COVID-Hilfen.
  • Gesetzliche Klarstellung: Das Inverkehrbringen asbesthaltiger Materialien aus Steinbrüchen soll im Chemikalienrecht klar verboten werden. Minister Totschnig muss sich für ein derartiges EU-weites Verbot einsetzen.
  • Luftgrenzwert für Asbest: Österreich brauche einen gesetzlichen Richtwert von maximal 500 Fasern pro Kubikmeter in der Außenluft – mit strengeren Werten für sensible Bereiche. Wird der Wert überschritten, müssen die Asbestquellen gesucht und saniert werden.
  • Gesundheitsmonitoring: Für betroffene Menschen muss ein freiwilliges Gesundheitsmonitoring angeboten werden. Das betrifft zum Beispiel Anrainer:innen der vier betroffenen Steinbrüche, Bauarbeiter:innen sowie Landwirt:innen.

Forderungskatalog an die Bundesregierung: https://bit.ly/4rVqrXA

Bildmaterial: https://act.gp/41n7YIt
Unter Angabe der Credits © Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Übersichtskarte mit Asbestfunden und Laborergebnissen: https://act.gp/Asbestbelastung-Karte

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