Österreichweite Modernisierung der militärischen Anlagen geplant
Das Bundesheer plant für 2026 Investitionen von 473 Millionen Euro in die militärische Infrastruktur. Alle Bundesländer profitieren.
Das österreichische Bundesheer plant für 2026 eine umfassende Modernisierung der militärischen Infrastruktur mit einem Gesamtvolumen von rund 473 Millionen Euro. Die Investitionen erstrecken sich über alle neun Bundesländer und sollen sowohl die Einsatzbereitschaft als auch die Arbeits- und Wohnbedingungen der Soldatinnen und Soldaten verbessern.
Von den geplanten Investitionen fließen etwa 55 Prozent, das entspricht rund 260 Millionen Euro, in Projekte des Aufbauplans ÖBH2032+. Dieser strategische Plan zielt auf die Weiterentwicklung militärischer Fähigkeiten ab. Die verbleibenden 45 Prozent, etwa 213 Millionen Euro, werden für den Erhalt bestehender Kapazitäten und die technische Modernisierung der Liegenschaften verwendet.
"Eine moderne Infrastruktur ist nicht nur die Grundlage für die Einsatzbereitschaft und Ausbildung, sondern soll auch attraktive Arbeitsumgebung sowie moderne Unterkünfte für unsere Soldatinnen und Soldaten bieten", betont Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Die Investitionen würden einen wichtigen Grundstein für den Aufbauplan ÖBH2032+ legen.
Besonders hervorzuheben ist der wirtschaftliche Aspekt der Investitionen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden etwa 99 Prozent aller Bauprojekte und Sanierungsarbeiten an österreichischen Kasernen von regionalen Unternehmen durchgeführt. Dies sorgt für erhebliche wirtschaftliche Impulse in den jeweiligen Regionen und stärkt die heimische Bauwirtschaft.
Wien erhält mit 115,7 Millionen Euro den größten Anteil der Investitionen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Generalsanierung des Verwaltungsgebäudes in der Maria Theresien Kaserne im 13. Bezirk, wofür rund 13,2 Millionen Euro vorgesehen sind. Weitere Maßnahmen sind in der Rossauer Kaserne, der Vega-Payer-Weyprecht Kaserne und im Kommandogebäude General Körner geplant.
Niederösterreich erhält rund 102,1 Millionen Euro für verschiedene Projekte. Das größte Einzelvorhaben ist ein neuer Hangar für zwei Staffeln des Hubschraubersystems AW169 am Fliegerhorst Figl – Flugplatz Pabisch in Langenlebarn, für den circa 24,2 Millionen Euro investiert werden. Zusätzliche Projekte sind an der Theresianischen Militärakademie, in der Burstyn Kaserne und in der Ostarrichi Kaserne vorgesehen.
Die Steiermark profitiert von Investitionen in Höhe von gerundet 77,9 Millionen Euro. Ein bedeutender Posten sind 13,6 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen für das Hubschraubersystem AW169 am Fliegerhorst Fiala Fernbrugg in Aigen im Ennstal. Weitere Projekte betreffen die Belgier Kaserne, die Landwehr Kaserne und die Hackher Kaserne.
In Oberösterreich werden rund 64,9 Millionen Euro investiert. Ein Hauptprojekt ist die Errichtung eines neuen Garagenbezirks für das Kampfpanzersystem Leopard in der Hessen Kaserne in Wels, wofür circa 9,5 Millionen Euro veranschlagt sind. Weitere Vorhaben betreffen das Amtsgebäude Garnisonstraße und den Fliegerhorst Vogler.
Tirol erhält circa 39,2 Millionen Euro für verschiedene Infrastrukturprojekte. Das größte Einzelvorhaben ist die Neuerrichtung des Sanitätszentrums West im Amtsgebäude Steiner in Innsbruck mit einem Budget von 10,9 Millionen Euro. Weitere Projekte sind am Truppenübungsplatz Hochfilzen, in der Standschützen Kaserne und der Andreas Hofer Kaserne geplant.
Für Salzburg sind circa 31,2 Millionen Euro vorgesehen. Ein wichtiges Projekt ist die Generalsanierung der Mannschaftsunterkunft in der Wallner Kaserne in Saalfelden mit 5,5 Millionen Euro. Zusätzliche Maßnahmen betreffen die Krobatin Kaserne und die Schwarzenberg Kaserne.
Kärnten erhält für alle Projekte circa 30,9 Millionen Euro. Der Löwenanteil von 25,3 Millionen Euro fließt in die Neuerrichtung der Hensel Kaserne in Villach, die als neue Großkaserne für das Pionierbataillon 1 und das Führungsunterstützungsbataillon 1 dienen wird. Ergänzende Maßnahmen sind in der Laudon Kaserne, der Türk Kaserne und der Khevenhüller Kaserne vorgesehen.
Das Burgenland erhält circa 6,4 Millionen Euro für verschiedene Projekte. Das größte Einzelvorhaben ist die Neuerrichtung eines Biomasseheizwerks in der Benedek Kaserne in Bruckneudorf mit circa 1,8 Millionen Euro. Ein weiteres bedeutendes Projekt ist in der Martin Kaserne geplant.
Vorarlberg profitiert von rund 4,8 Millionen Euro Investitionen. Ein besonderes Projekt ist die Errichtung eines neuen Probezentrums der Militärmusik im Kommandogebäude Oberst Bilgeri in Bregenz für circa 1,2 Millionen Euro. Zusätzlich wird ein Vorhaben in der Walgau Kaserne realisiert.
Die umfangreichen Infrastrukturinvestitionen spiegeln die gestiegene Bedeutung der Landesverteidigung wider. In einer Zeit zunehmender sicherheitspolitischer Herausforderungen ist eine moderne und funktionsfähige militärische Infrastruktur essentiell für die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres.
Die Projekte tragen nicht nur zur militärischen Leistungsfähigkeit bei, sondern verbessern auch die Attraktivität des Bundesheeres als Arbeitgeber. Moderne Unterkünfte und zeitgemäße Arbeitsplätze sind wichtige Faktoren für die Personalgewinnung und -bindung in den Streitkräften.
Die für 2026 geplanten Investitionen sind Teil einer langfristigen Strategie zur Modernisierung des österreichischen Bundesheeres. Der Aufbauplan ÖBH2032+ sieht eine kontinuierliche Weiterentwicklung der militärischen Fähigkeiten vor, wobei moderne Infrastruktur eine zentrale Rolle spielt.
Die österreichweite Verteilung der Investitionen zeigt, dass alle Regionen des Landes von der Modernisierung profitieren werden. Dies entspricht dem föderalen Charakter Österreichs und sorgt für eine ausgewogene Entwicklung der militärischen Standorte.
Mit diesen Investitionen positioniert sich das österreichische Bundesheer für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte und trägt gleichzeitig zur wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen bei. Die Kombination aus militärischer Notwendigkeit und wirtschaftlichem Nutzen macht diese Infrastrukturinvestitionen zu einem wichtigen Baustein der österreichischen Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik.