In Zell am See herrscht derzeit Hochbetrieb auf dem Eis, denn hier findet ein einzigartiges Trainingslager statt, das die Hoffnung vieler vertragsloser Eishockey-Profis neu entfacht. Die Sportgewerkschaft younion und die Eishockeyspieler:innen Union haben ein Event auf die Beine gestellt, das nicht
In Zell am See herrscht derzeit Hochbetrieb auf dem Eis, denn hier findet ein einzigartiges Trainingslager statt, das die Hoffnung vieler vertragsloser Eishockey-Profis neu entfacht. Die Sportgewerkschaft younion und die Eishockeyspieler:innen Union haben ein Event auf die Beine gestellt, das nicht nur beste Trainingsbedingungen bietet, sondern auch als Sprungbrett fĂĽr Karrieren dient. Doch was steckt hinter diesem innovativen Camp und welche Auswirkungen hat es auf die Spieler und die Eishockeywelt?
Seit Mittwoch läuft das Eishockeycamp in Zell am See, das bis Sonntag andauert. Unter dem Motto „Zurück aufs Eis“ erhalten vertragslose Profis die Möglichkeit, sich vor Scouts und Vereinsvertretern zu präsentieren. Organisator Patrick Harand erklärt: „Unser Ziel ist es, Spielerinnen und Spielern ohne aktuellen Vertrag eine Plattform zu geben, um sich vor Entscheidungsträgern aus den Vereinen zu zeigen – so eine Möglichkeit hat es in dieser Form noch nie gegeben.“
Der Bedarf fĂĽr ein solches Camp ist groĂź, denn viele Spieler, die aus verschiedenen GrĂĽnden ohne Vertrag dastehen, sehen sich oft mit einem Karriereende konfrontiert, das sie nicht geplant haben. Diese Veranstaltung bietet ihnen eine zweite Chance, ihre Karriere wieder in Schwung zu bringen.
Die Idee, vertragslosen Sportlern eine Plattform zu bieten, ist nicht neu. In den USA beispielsweise gibt es ähnliche Camps für American Football und Basketball, die sogenannten „Free Agent Camps“, wo Spieler ihre Fähigkeiten vor Coaches und Scouts unter Beweis stellen können. In Europa ist dieses Konzept im Eishockey jedoch eine Neuheit, insbesondere in Österreich.
Während in anderen Bundesländern Österreichs ähnliche Initiativen im Fußball oder Handball gestartet wurden, ist das Eishockeycamp in Zell am See ein Vorreiter für den Wintersport. Die gewählte Location bietet mit ihrer modernen Infrastruktur und der Eishalle ideale Bedingungen für solch ein Event.
Cheftrainer Christoph Harand, unterstützt von Johannes Leitner, leitet das Camp. Harand schwärmt von den Bedingungen vor Ort: „Die Infrastruktur hier ist top. Vom Eis bis zur Unterkunft, vom Physio-Team bis zum Ablauf – die Spieler haben alles, was sie brauchen.“ Diese professionellen Bedingungen sind entscheidend, um den Spielern die bestmögliche Vorbereitung auf anstehende Probetrainings bei Vereinen im In- und Ausland zu bieten.
Die Teilnehmerzahl ist mit 20 Feldspielern und 2 Torhütern überschaubar, was eine intensive Betreuung und individuelle Förderung ermöglicht. Unter den Teilnehmern sind bekannte Namen der ICE Hockey League, wie Michael Kernberger, Niklas Bretschneider und Mathias Böhm, die alle auf der Suche nach neuen Engagements sind.
Für die Spieler bedeutet das Camp eine wertvolle Gelegenheit, sich zu präsentieren und ihre Karriere fortzusetzen. In einer Sportart wie Eishockey, die in Österreich und Europa immer mehr an Popularität gewinnt, ist die Konkurrenz groß, und ein fehlender Vertrag kann schnell zu einem Karriereknick führen.
Durch das Camp erhalten die Spieler nicht nur die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu zeigen, sondern auch, sich physisch und mental auf Probetrainings vorzubereiten. Dies ist besonders wichtig, da viele Vereine hohe Anforderungen an die Fitness und Technik der Spieler stellen.
Sportanalystin Dr. Lisa Moser von der Universität Wien sieht das Camp als wichtigen Schritt: „Diese Art von Veranstaltung könnte in Zukunft Standard werden, um den Transfermarkt im Eishockey dynamischer zu gestalten. Es bietet nicht nur den Spielern, sondern auch den Vereinen eine hervorragende Möglichkeit, neue Talente zu entdecken.“
Auch der wirtschaftliche Aspekt ist nicht zu vernachlässigen. Ein solches Camp könnte in Zukunft Sponsoren anziehen und den Standort Zell am See als Zentrum für Eishockeytrainingslager etablieren.
Die Organisation eines solchen Camps erfordert nicht nur sportliche Expertise, sondern auch politische und wirtschaftliche Unterstützung. Die Sportgewerkschaft younion hat hier eine Vorreiterrolle übernommen, indem sie die notwendigen Mittel und Kontakte bereitgestellt hat. Dies zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Sportverbänden, Gewerkschaften und lokalen Behörden ist, um den Sport in Österreich zu fördern.
Die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft sind ebenfalls positiv. Hotels, Restaurants und lokale Unternehmen profitieren von den Spielern, Trainern und Scouts, die die Region besuchen. Dies könnte langfristig zu einer Stärkung der wirtschaftlichen Infrastruktur in Zell am See führen.
Das derzeitige Camp endet am 1. Juni, doch die Planungen für zukünftige Veranstaltungen laufen bereits. Die Organisatoren erwägen, das Camp jährlich abzuhalten und möglicherweise auf andere Sportarten auszuweiten. Dies könnte nicht nur die Attraktivität der Region steigern, sondern auch die Position Österreichs als Sportnation stärken.
Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer und die Aufmerksamkeit, die das Camp in den Medien erhält, lassen darauf schließen, dass es in Zukunft ein fester Bestandteil des Sportkalenders werden könnte.
Das Eishockeycamp in Zell am See ist ein Paradebeispiel dafür, wie innovative Ideen den Sport bereichern können. Es bietet nicht nur den Spielern eine Chance, ihre Karrieren zu retten, sondern stärkt auch die Position Österreichs als Zentrum für Wintersport. Die Zusammenarbeit von Sportgewerkschaften, Trainern und Spielern zeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam an der Zukunft des Sports zu arbeiten.
Weitere Informationen und Bilder vom Camp finden Sie hier.