In Österreich zeichnet sich ein alarmierendes Bild der psychischen Gesundheit junger Menschen ab. Am 18. November 2025 veröffentlichte pro mente Austria eine Pressemitteilung, die auf die wachsenden psychischen Belastungen und die unzureichende Versorgung von Jugendlichen hinweist. Die Corona-Pandem
In Österreich zeichnet sich ein alarmierendes Bild der psychischen Gesundheit junger Menschen ab. Am 18. November 2025 veröffentlichte pro mente Austria eine Pressemitteilung, die auf die wachsenden psychischen Belastungen und die unzureichende Versorgung von Jugendlichen hinweist. Die Corona-Pandemie hat die Situation weiter verschärft: Ein Viertel der Jugendlichen zeigt ein niedriges Wohlbefinden, und jede:r Zehnte weist deutliche Anzeichen psychischer Probleme auf. Besonders Mädchen sind betroffen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und erfordert dringendes Handeln.
Der Begriff psychische Belastung beschreibt den Zustand, in dem mentale und emotionale Anforderungen das Bewältigungsvermögen eines Individuums übersteigen. Dies kann zu Stress, Angst und Depression führen. In Österreich hat sich die Lage seit der Pandemie dramatisch verschlechtert. Studien zeigen, dass die Hälfte der befragten Jugendlichen in Österreich und Deutschland ihren psychischen Gesundheitszustand negativ beurteilt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Klimakrise, Krieg und wirtschaftliche Unsicherheiten belasten die Jugend zusätzlich.
Die Jugendpsychiatrie hat in Österreich eine lange Geschichte. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verständnis für psychische Erkrankungen erheblich verbessert. Dennoch besteht ein eklatanter Mangel an Fachpersonal und Ressourcen. Der jüngste Rechnungshofbericht kritisiert die unzureichende Versorgung und die langen Wartezeiten für Behandlungstermine. Dieser Zustand hat sich seit den 1990er Jahren kaum verbessert, obwohl die Zahl der Betroffenen stetig steigt.
Betrachtet man die Situation in Deutschland und der Schweiz, wird deutlich, dass Österreich im Vergleich schlechter abschneidet. In Deutschland gibt es mehr Fachärzte und kürzere Wartezeiten, während die Schweiz durch ein gut vernetztes psychosoziales System besticht. Beide Länder investieren mehr in die Ausbildung und Anwerbung von Fachkräften, was sich positiv auf die Versorgung auswirkt.
Die unzureichende Versorgung hat direkte Auswirkungen auf die betroffenen Jugendlichen und ihre Familien. Lange Wartezeiten und der Mangel an Fachärzten führen dazu, dass viele Jugendliche keine rechtzeitige Hilfe erhalten. Ein Beispiel ist die 19-jährige Ina Spitzbart aus Oberösterreich, die dank der Unterstützung von pro mente OÖ Stabilität gewinnen konnte. Ohne diese Hilfe hätte sie möglicherweise keinen Zugang zu Bildung und beruflichen Perspektiven gefunden.
Statistiken zeigen, dass die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung seit Jahren steigt. Die 26 Mitgliedsorganisationen von pro mente Austria verzeichnen steigende Kontaktzahlen und eine Zunahme psychiatrischer Diagnosen. Der Rechnungshofbericht hebt hervor, dass es im Durchschnitt drei Monate dauert, um einen Behandlungstermin bei einem niedergelassenen Facharzt zu bekommen. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit der Lage.
Experten sind sich einig, dass ein multiprofessionelles System notwendig ist, um die Versorgungslücken zu schließen. Es bedarf einer engen Zusammenarbeit von Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeitern, um nachhaltige Unterstützung zu gewährleisten. Zudem müssen niederschwellige Zugänge geschaffen werden, um Jugendlichen schnell und unbürokratisch Hilfe zu bieten. Die Digitalisierung kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Online-Beratung und persönliche Betreuung kombiniert.
Die psychische Gesundheit der Jugend ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Österreich muss dringend in die Ausbildung und Anwerbung von Fachkräften investieren und die psychosozialen Angebote ausbauen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Jugendliche die notwendige Unterstützung erhalten, bevor aus Krisen chronische Erkrankungen werden. Die Zukunft der Jugend und damit die Zukunft der Gesellschaft hängt von diesen Maßnahmen ab.
Für weiterführende Informationen besuchen Sie pro mente Austria.