Wien, 2. Oktober 2025 – Ein Paukenschlag in der österreichischen Bildungslandschaft sorgt für Aufsehen: Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) hat die Einführung einer sogenannten Österreichquote für das neue Masterstudium Psychotherapie als historischen Schritt bezeichnet. Dies
Wien, 2. Oktober 2025 – Ein Paukenschlag in der österreichischen Bildungslandschaft sorgt für Aufsehen: Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) hat die Einführung einer sogenannten Österreichquote für das neue Masterstudium Psychotherapie als historischen Schritt bezeichnet. Diese Entscheidung des Wissenschaftsausschusses könnte das Gesicht der psychotherapeutischen Versorgung in Österreich nachhaltig verändern.
Ab dem Wintersemester 2026/27 sollen bis zu 500 Studienplätze an zehn öffentlichen Universitäten zur Verfügung stehen. Dabei sind 75 Prozent der Plätze für Inhaber eines österreichischen Reifezeugnisses reserviert. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die besten Köpfe im Land zu halten und die Versorgung langfristig zu sichern. Barbara Haid, Präsidentin des ÖBVP, betont: „Mit dieser Entscheidung wird ein historischer Meilenstein gesetzt. Psychotherapie erhält damit endlich ein eigenes Masterstudium an öffentlichen Universitäten – leistbar, zukunftsorientiert und in der Qualität aufgewertet.“
Die Einführung der Österreichquote ist nicht nur ein bildungspolitisches Signal, sondern ein Beitrag zur Versorgungssicherheit im Gesundheitssystem. Der ÖBVP ist überzeugt, dass Studierende mit einem österreichischen Bildungshintergrund eher geneigt sind, den Beruf der Psychotherapeutin oder des Psychotherapeuten in Österreich auszuüben. „Und psychische Gesundheit darf nicht länger das Stiefkind der Gesundheitspolitik sein. Mit diesem Schritt wird klar: Österreich nimmt die psychische Versorgung seiner Bevölkerung ernst“, so Haid weiter.
Die Idee einer nationalen Quote ist nicht neu und wird in verschiedenen Formen weltweit praktiziert. In Deutschland gibt es beispielsweise eine ähnliche Regelung im Medizinstudium, um den Mangel an Ärzten in ländlichen Gebieten zu bekämpfen. In Österreich hingegen ist die Österreichquote im Bereich der Psychotherapie eine Premiere. Historisch gesehen war die Psychotherapie lange Zeit ein Stiefkind der akademischen Ausbildung. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde sie als eigenständige Disziplin anerkannt. Dieser Schritt könnte nun die Professionalisierung weiter vorantreiben.
Für angehende Psychotherapeut:innen bedeutet dies, dass sie nun eine klar strukturierte akademische Laufbahn einschlagen können. Der ÖBVP macht jedoch deutlich, dass mit dem Masterstudium nur die erste Etappe geschafft ist. „Jetzt braucht es den konsequenten nächsten Schritt: ausreichend Fachausbildungsplätze in Krankenhäusern und Institutionen – analog zur Facharztausbildung – sowie Stipendien, welche die Finanzierung dieser Phase sichern“, unterstreicht Haid.
Der Mangel an Psychotherapeut:innen in Österreich ist ein bekanntes Problem. Lange Wartezeiten und eine unzureichende Versorgung sind die Folge. Durch die Einführung der Österreichquote und die damit verbundene Erhöhung der Studienplätze könnte sich dies ändern. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der ausgebildeten Psychotherapeut:innen in den nächsten Jahren signifikant steigen wird. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die psychische Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern und sicherzustellen, dass jeder, der Hilfe benötigt, diese auch zeitnah erhält“, erklärt ein Experte.
Die Universitäten spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieser neuen Regelung. Sie sind gefordert, die notwendigen Kapazitäten zu schaffen und qualitativ hochwertige Ausbildungsprogramme anzubieten. „Die Grundlagen sind gelegt – jetzt müssen wir sie mit Leben füllen. Das heißt: ausreichend Ausbildungsplätze, faire Finanzierung und ein konsequenter Ausbau der Versorgungsstrukturen“, schließt Haid.
Die Einführung der Österreichquote könnte eine neue Ära in der psychotherapeutischen Versorgung einläuten. Sie bietet die Chance, die Qualität der Ausbildung zu verbessern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Langfristig könnte dies auch die gesellschaftliche Wahrnehmung der psychischen Gesundheit verändern. „Wir stehen am Beginn einer neuen Ära. Es ist an der Zeit, die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt der Gesundheitspolitik zu rücken“, so ein Experte.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich die Umsetzung dieser Maßnahmen sein wird. Doch eines ist sicher: Die Österreichquote ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die psychotherapeutische Versorgung in Österreich zu revolutionieren.