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ORF Ostern 2025: Klassik, Pop und Wandern - Das komplette Feiertags-Programm

22. März 2026 um 07:32
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Die österreichischen Radiosender Ö1, Ö3 und FM4 haben ihr umfangreiches Osterprogramm 2025 vorgestellt, das vom Palmsonntag bis Ostermontag eine außergewöhnliche Bandbreite an kulturellen, religiös...

Die österreichischen Radiosender Ö1, Ö3 und FM4 haben ihr umfangreiches Osterprogramm 2025 vorgestellt, das vom Palmsonntag bis Ostermontag eine außergewöhnliche Bandbreite an kulturellen, religiösen und unterhaltsamen Inhalten bietet. Von Michael Köhlmeiers Musikauswahl über prominente Wanderungen bis hin zu Frühlingshits – die ORF-Radios setzen auf eine Mischung aus Tradition und Innovation, die alle Altersgruppen ansprechen soll.

Ö1 zelebriert die Kartage mit hochkarätiger Klassik und tiefgehenden Gesprächen

Der Kultursender Ö1 startet bereits am Palmsonntag, dem 29. März, mit einem spirituell geprägten Programm. Gabriele Eder-Cakl, Direktorin des österreichischen Pastoralinstituts, wird im traditionsreichen "Zwischenruf" um 6.55 Uhr über die Bedeutung der Kartage und Ostern sprechen. Das österreichische Pastoralinstitut ist eine zentrale Bildungseinrichtung der katholischen Kirche in Österreich, die seit 1965 Priester, Diakone und Laien in der Seelsorge ausbildet und begleitet.

Ein besonderer Höhepunkt wird die Sendung "Lebenskunst" um 7.05 Uhr sein, die sich der symbolreichen Geschichte des ersten Palmsonntags widmet. Der Palmsonntag markiert den Beginn der Karwoche und erinnert an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, als die Menschen Palmzweige auf seinen Weg streuten – ein Brauch, der heute noch in vielen österreichischen Gemeinden mit geweihten Palmkätzchen gepflegt wird.

Das beliebte Klassik-Wunschkonzert "Tolle Titel – starke Stücke" wird sowohl am Palmsonntag als auch am Ostersonntag jeweils ab 13.10 Uhr ausgestrahlt. Diese Sendung hat sich über Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil des Ö1-Programms entwickelt und ermöglicht es Hörern, ihre Lieblingsstücke der klassischen Musik zu wünschen und dabei persönliche Geschichten zu teilen.

Bruder Thomas Hessler führt durch die Karwoche

Während der gesamten Karwoche, von Montag, 30. März, bis Samstag, 4. April, wird Bruder Thomas Hessler OSB in den täglichen "Gedanken für den Tag" um 6.57 Uhr über das Thema "Zwischen Kreuz und neuem Morgen" reflektieren. Hessler ist Leiter des Europaklosters Gut Aich in Salzburg, einer besonderen monastischen Gemeinschaft, die sich der Begegnung verschiedener christlicher Traditionen widmet. Als Künstler bringt er eine einzigartige Perspektive zwischen Spiritualität und Kreativität in seine Betrachtungen ein.

Das Europakloster Gut Aich, gegründet 1996, ist ein ökumenisches Projekt, das Mönche verschiedener Konfessionen beherbergt und als Zentrum für interreligiösen Dialog dient. Die Einrichtung liegt malerisch am Mondsee und hat sich zu einem wichtigen spirituellen Zentrum in der Alpenregion entwickelt.

Michael Köhlmeiers musikalische Nachtreise

Ein absolutes Highlight wird die Sendung "Before Midnight" mit Lieblingsmusik von Michael Köhlmeier sein, die von Montag, 30. März, bis Donnerstag, 2. April, jeweils ab 23.03 Uhr ausgestrahlt wird. Köhlmeier, einer der renommiertesten deutschsprachigen Schriftsteller und Erzähler, ist bekannt für seine tiefgreifenden Kenntnisse der Weltliteratur und Musik. Seine Auswahl verspricht eine ganz persönliche musikalische Reise durch verschiedene Epochen und Stilrichtungen.

Köhlmeier, geboren 1949 in Hard am Bodensee, hat sich durch seine Nacherzählungen antiker Mythen, seine Romane und seine einzigartigen Radioerzählungen einen Namen gemacht. Seine Fähigkeit, komplexe kulturelle Zusammenhänge verständlich zu vermitteln, macht ihn zu einem idealen Musikvermittler für anspruchsvolle Hörer.

Religiöse und kulturelle Tiefe am Gründonnerstag und Karfreitag

Am Gründonnerstag, dem 2. April, wird in der Sendung "Ausgewählt" um 10.05 Uhr Francis Poulencs "Sept Répons des Ténèbres" zu hören sein. Poulenc, einer der bedeutendsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, vertonte in diesem Werk Ostertexte zum Gründonnerstag. Der Komponist war bekannt für seine Fähigkeit, religiöse Inbrunst mit modernen kompositorischen Techniken zu verbinden.

"Répons des Ténèbres" bezieht sich auf einen alten liturgischen Gesang, der während der Kartage in völliger Dunkelheit gesungen wurde. Poulenc schuf 1961-1962 seine Interpretation dieses traditionellen Gesangs, der zu den bewegendsten Werken der modernen geistlichen Musik zählt.

Der evangelische Theologe Johannes Modeß wird in "Betrifft: Ostern" um 18.50 Uhr über "Die Demokratisierung des Lichts – Ostern bedeutet Hoffnung für alle" sprechen. Modeß ist Pfarrer der Lutherischen Stadtkirche in Wien, die als älteste protestantische Kirche Wiens eine wichtige Rolle im österreichischen Protestantismus spielt. Seine Gedanken zur "Demokratisierung des Lichts" versprechen eine moderne Interpretation der Osterbotschaft in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen.

Exklusive Aufnahme von den Osterfestspielen Tirol

Am Karfreitag um 19.30 Uhr präsentiert Ö1 eine besondere Aufnahme von den "Osterfestspielen Tirol 2025": Jan Dismas Zelenkas Oratorium "Gesu al Calvario" wird vom renommierten Collegium 1704 und dem Collegium Vocale 1704 unter der Leitung von Václav Luks interpretiert. Diese Ensembles haben sich auf die historisch informierte Aufführungspraxis spezialisiert und gelten als führende Interpreten barocker Musik.

Zelenka, ein böhmischer Komponist des Barock (1679-1745), war Zeitgenosse von Bach und schuf mit "Gesu al Calvario" eines der bewegendsten Passionsoratorien seiner Zeit. Das Werk erzählt die Leidensgeschichte Jesu mit einer Intensität, die auch heute noch Hörer in ihren Bann zieht.

Als Solisten wirken international renommierte Künstler mit: Benno Schachtner und Yuriy Mynenko (Countertenor), Roberta Mameli und Tereza Zimkovca (Sopran) sowie Aneta Peterasova (Alt). Diese Besetzung verspricht eine Aufführung auf höchstem internationalem Niveau.

Ostersonntag mit Haydn und multikulturellem Blick

Der Ostersonntag, 5. April, beginnt mit einem interreligiösen Akzent: Der Theologe und Judaist Gerhard Langer wird im "Zwischenruf" um 6.55 Uhr über "Pessach, Ostern und die Befreiung" sprechen. Langer, Professor an der Universität Wien, ist Experte für jüdisch-christlichen Dialog und bringt wichtige Perspektiven zur gemeinsamen Wurzel beider Feste ein.

Pessach und Ostern sind historisch eng miteinander verbunden, da das letzte Abendmahl vermutlich ein Pessach-Mahl war. Diese Verbindung zwischen dem jüdischen Befreiungsfest und dem christlichen Auferstehungsfest zeigt die gemeinsamen Wurzeln beider Religionen auf.

Elisabeth Orth, eine der grande Dames des österreichischen Theaters, wird in "Du holde Kunst" um 8.15 Uhr Ostergedichte von George Herbert bis Bertolt Brecht lesen. Dazu erklingen Kompositionen von Theodor Kirchner, Richard Strauss, Max Reger und Joseph Joachim. Orth, ehemalige Burgtheaterschauspielerin und Trägerin des Iffland-Rings, bringt ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Textinterpretation ein.

Weltklasse-Konzert aus München

Die "Matinee" um 11.03 Uhr präsentiert ein Konzert aus der Münchner Isarphilharmonie unter der musikalischen Leitung von Sir Simon Rattle. Der britische Dirigent, einer der gefeiertsten Maestros unserer Zeit, leitet Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in Werken von Henry Purcell, Robert Schumann und Gustav Mahler.

Als Solistinnen sind Louise Alder (Sopran) und Beth Taylor (Mezzosopran) zu hören. Rattle, der von 2002 bis 2018 die Berliner Philharmoniker leitete und seit 2017 Chef der Londoner Symphonie ist, gilt als einer der innovativsten Interpreten klassischer und romantischer Musik.

Ab 17.10 Uhr unternehmen die "Spielräume Spezial" einen musikalischen "Osterspaziergang mit Blick nach Osten". Diese Sendung wird traditionelle und moderne Musik aus Osteuropa präsentieren und damit die kulturelle Vielfalt des europäischen Ostens würdigen.

Ostermontag: Kulinarik und Haydns Schöpfung

Der Ostermontag, 6. April, bietet eine besonders vielfältige Programmgestaltung. "Lebenskunst" um 7.05 Uhr geht der faszinierenden Frage nach, wie Jesus von Nazareth tatsächlich ausgesehen haben mag – ein Thema, das Archäologen, Anthropologen und Kunsthistoriker seit Jahrhunderten beschäftigt.

Im "Ö1 Küchenradio" um 13.10 Uhr wird die in Irland lebende österreichische Schriftstellerin Ellen Dunne Guinness Stew kochen und einen Baileys Kuchen backen. Diese Sendung verbindet Kulinarik mit Literatur und zeigt, wie österreichische Emigranten ihre Küche in der neuen Heimat weiterentwickeln.

"Memo – Ideen, Mythen, Feste" widmet sich ab 19.05 Uhr den "Osterkrippen", auch Fasten- oder Passionskrippen genannt. Diese waren besonders im Barock populär, bis Kaiser Joseph II. im Sinne der Aufklärung versuchte, diesen Brauch zu beenden. Die josephinischen Reformen des 18. Jahrhunderts zielten darauf ab, die Religiosität zu rationalisieren und übermäßige Volksfrömmigkeit einzuschränken.

Haydns Schöpfung aus Salzburg

Der Höhepunkt des Ostermontags ist zweifellos Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" ab 19.30 Uhr in einer Aufnahme der "Osterfestspiele Salzburg" 2025. Daniel Harding dirigiert die Berliner Philharmoniker, begleitet von Hanna-Elisabeth Müller (Sopran), Andrew Staples (Tenor), Konstantin Krimmel (Bariton) und dem Chor des Bayerischen Rundfunks.

Haydns "Schöpfung", uraufgeführt 1798, gilt als eines der größten Oratorien der Musikgeschichte. Das Werk, inspiriert von Händels "Messias" und Miltons "Paradise Lost", erzählt die biblische Schöpfungsgeschichte mit einer Musik von überwältigender Schönheit und Kraft.

Ö3 setzt auf prominente Wanderungen und Musikfeiertag

Hitradio Ö3, Österreichs meistgehörter Radiosender, startet mit der beliebten Sendung "Walek wandert" in die Karwoche. Tom Walek, einer der bekanntesten Radiomoderatoren des Landes, wird wieder mit Prominenten in den österreichischen Bergen unterwegs sein. Den Auftakt macht Sänger Josh am Palmsonntag, gefolgt von Dirk Stermann am Ostersonntag.

Josh, mit bürgerlichem Namen Joshua Tavares, ist ein österreichischer Sänger, der 2020 durch seine Teilnahme an "Deutschland sucht den Superstar" bekannt wurde und sich seither erfolgreich in der deutschsprachigen Musikszene etabliert hat. Dirk Stermann, bekannt aus der ORF-Sendung "Willkommen Österreich", bringt seinen charakteristischen Humor in die Bergwanderung ein.

Andi Knoll nutzt die Karwoche für eine besondere Österreich-Tour mit seiner neuen Sendung "Radio Knolliday". Der vielseitige Moderator und Eurovision-Kommentator wird unter anderem bei den "Ratschenbuam und -mädchen" in der Oststeiermark Station machen, in der Trampolinhalle Oberwart, im Zoo Salzburg und beim Ostermarkt im Schloss Schönbrunn.

Tradition und Musik am Karfreitag und Ostermontag

Am Karfreitag um kurz vor 15.00 Uhr sendet Ö3 das Johannes-Evangelium – eine Tradition, die die Todesstunde Jesu nach christlicher Überlieferung markiert. Diese Sendung unterstreicht den Respekt des Senders vor religiösen Traditionen, auch in einem überwiegend populären Programmumfeld.

Der Ostermontag wird bei Ö3 zum kompletten Musikfeiertag: Einen ganzen Tag lang sind ausschließlich die "Lieblingshits der 80er" zu hören. Diese Dekade gilt als goldenes Zeitalter der Popmusik und spricht sowohl ältere Hörer an, die diese Zeit miterlebt haben, als auch jüngere, die diese Musik neu entdecken.

Die Moderation übernehmen Susi Zuschmann (9.00-14.00 Uhr) und Sylvia Graf (14.00-19.00 Uhr), zwei erfahrene Radioprofis, die für ihre lockere und kompetente Art geschätzt werden.

FM4 feiert den Frühling mit frischer Musik

Der Jugendsender FM4 setzt auf sein bewährtes Format "Frühlingshits 3000", das von Montag, 30. März, bis Mittwoch, 1. April, und am Ostermontag, 6. April, jeweils von 19.00 bis 22.00 Uhr läuft. Christian Davidek wird die Frühlingsalben der Saison vorstellen und über das musikalische Frühlingserwachen sprechen.

FM4 hat sich seit seiner Gründung 1995 als alternativer Radiosender etabliert, der besonders bei jüngeren Hörern und Musikliebhabern geschätzt wird. Der Sender sendet auf Deutsch und Englisch und präsentiert eine Mischung aus aktuellen Hits, alternativer Musik und kulturellen Beiträgen.

Ein besonderer Gast wird die österreichische Musikerin Donna Savage sein, die unter dem Motto "Frühlings-Savage" über ihre Frühlingsgefühle sprechen wird. In einer Spezialausgabe des FM4-Musikpodcasts "Generation Sound" am Dienstag, 31. März, um Mitternacht wird sie ausführlich zu Wort kommen.

Österreichs Radiolandschaft in der Osterzeit: Tradition trifft Innovation

Das umfangreiche Osterprogramm der ORF-Radios spiegelt die Vielfalt der österreichischen Medienlandschaft wider. Während Ö1 mit hochkarätigen klassischen Konzerten und tiefgehenden kulturellen Beiträgen das anspruchsvolle Publikum bedient, setzt Ö3 auf eine Mischung aus Unterhaltung und respektvoller Traditionspflege. FM4 hingegen spricht mit seinem alternativen Programm gezielt jüngere Hörer an.

Diese Programmvielfalt ist typisch für das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem in Österreich, das den Bildungsauftrag ernst nimmt, aber gleichzeitig alle Bevölkerungsschichten erreichen will. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder der Schweiz zeichnet sich das österreichische Radioprogramm durch eine besonders enge Verbindung zur nationalen Kultur und Tradition aus.

Die Osterfeiertage sind traditionell eine Zeit, in der die Medien sowohl religiöse als auch kulturelle Inhalte in den Vordergrund stellen. Die ORF-Radios nutzen diese Zeit, um ihr gesamtes Spektrum zu präsentieren – von der spirituellen Besinnung bis zur modernen Unterhaltung.

Zukunftsperspektive: Radio als kultureller Begleiter

Das vielfältige Osterprogramm der ORF-Radios zeigt, wie sich traditionelle Medien in einer digitalisierten Welt behaupten können. Durch die Kombination aus Live-Übertragungen, exklusiven Aufnahmen und personalisierten Formaten schaffen die Sender ein einzigartiges Hörerlebnis, das in Zeiten von Streaming-Diensten und Podcasts seinen besonderen Wert behält.

Die Integration verschiedener Kunstformen – von klassischer Musik über Literatur bis hin zu modernen Popformaten – macht deutlich, dass Radio weiterhin eine wichtige Rolle als kultureller Vermittler spielt. Besonders in Österreich, wo kulturelle Traditionen einen hohen Stellenwert haben, erfüllen die öffentlich-rechtlichen Sender eine wichtige gesellschaftliche Funktion.

Für die Zukunft ist zu erwarten, dass diese Mischung aus Tradition und Innovation weiter ausgebaut wird. Die ORF-Radios zeigen mit ihrem Osterprogramm, dass sie sowohl den Bildungsauftrag als auch die Unterhaltungsfunktion erfüllen können, ohne ihre jeweilige Identität zu verlieren. Das macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der österreichischen Medienlandschaft.

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