Der Bobsport, bekannt für seine atemberaubende Geschwindigkeit und den Nervenkitzel, steht vor einer bahnbrechenden Veränderung. Am 6. November 2025 wurde in München und Wien eine Pressemitteilung veröffentlicht, die das Potenzial hat, die Sicherheit im Bobsport grundlegend zu verbessern. Die Allian
Der Bobsport, bekannt für seine atemberaubende Geschwindigkeit und den Nervenkitzel, steht vor einer bahnbrechenden Veränderung. Am 6. November 2025 wurde in München und Wien eine Pressemitteilung veröffentlicht, die das Potenzial hat, die Sicherheit im Bobsport grundlegend zu verbessern. Die Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) ein innovatives Sicherheitskonzept entwickelt, das die Athletinnen und Athleten besser schützen soll. Doch was bedeutet das konkret für den Sport und seine Ausübenden?
Die Allianz, bekannt für ihre Expertise in der Automobil- und Motorsport-Sicherheit, hat gemeinsam mit dem BSD ein ganzheitliches Sicherheitskonzept entwickelt. Dieses Konzept umfasst den neuen Allianz Safety Sled, der erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der Safety Sled ist mit dem HIP-System (Head Impact Protector) ausgestattet, das speziell entwickelt wurde, um Kopfverletzungen bei Athletinnen und Athleten zu vermeiden.
„Wir sind Experten für die Insassensicherheit in Autos und können deren Prinzipien in den Bobsport übertragen“, erklärt ein Experte der Allianz im Rahmen der Pressekonferenz. Die aktuellen Bobs seien hinsichtlich der Sicherheit vergleichbar mit offenen Autos aus den 60er Jahren. Daher sei ein umfassendes Sicherheitskonzept notwendig, das sowohl den Kopfschutz als auch die Verhinderung des Herausschleuderns der Sportlerinnen und Sportler nach einem Sturz umfasst.
Der Allianz Safety Sled wurde seit Januar dieses Jahres eingesetzt, um die zunehmend anspruchsvolleren Streckenbedingungen von Bobbahnen weltweit zu analysieren. Die Ergebnisse wurden von Piloten und Pilotinnen sowie Verbänden positiv aufgenommen und bereits in der vergangenen Saison in Rennen genutzt. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein Prototyp entwickelt, der nun mit den Sport- und Materialkommissionen der International Bobsleigh & Skeleton Federation (IBSF) besprochen wird.
Das HIP-System stellt eine Weltneuheit dar. Es handelt sich um eine Sicherheitszelle, die direkte Einwirkungen auf die Insassen verhindern soll. Die offene Bauweise des Bobs erfordert eine vordere und hintere Struktur, die Kräfte von den Athletinnen und Athleten fernhält. Neu ist der Head Impact Protector vorne, der den Kopf der Fahrerin oder des Fahrers schützt. Die Erweiterung dieses Schutzes für die Anschieberinnen und Anschieber wird durch erhöhte Anschubbügel hinten gewährleistet.
Der Bobsport, oft als die Formel 1 des Wintersports bezeichnet, ist bekannt für seine hohen Geschwindigkeiten und die damit verbundenen Risiken. Die Einführung des Allianz Safety Sled könnte die Sicherheitsstandards in diesem Sport auf ein neues Niveau heben. „Der Bobsport ist sehr komplex und viele Faktoren tragen zur Sicherheit bei“, erklärt ein Vertreter des BSD. „Dank der Initiative des BSD haben wir mit der Allianz ein Team mit höchster Kompetenz und Erfahrung, das uns neue Einblicke in unseren Sport gewährt.“
In der Formel 1 wurden in den letzten Jahrzehnten ebenfalls erhebliche Fortschritte in der Sicherheitstechnik gemacht. Sicherheitszellen, Überrollbügel und Helmschutzsysteme haben dazu beigetragen, die Anzahl schwerer Unfälle zu reduzieren. Ähnlich wie im Motorsport könnte der Bobsport von solchen Innovationen profitieren, indem er die Sicherheit der Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt stellt.
Ein Beispiel aus einem anderen Bereich ist der Skisport, der ebenfalls hohe Geschwindigkeiten und Risiken mit sich bringt. Hier wurden in den letzten Jahren verstärkt Helme und Sicherheitsnetze eingesetzt, um die Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler zu erhöhen.
Für die Athletinnen und Athleten bedeutet diese Entwicklung eine erhöhte Sicherheit bei Wettkämpfen und Trainings. Die neuen Sicherheitsvorkehrungen könnten dazu beitragen, Verletzungen zu reduzieren und den Sport insgesamt sicherer zu machen. Ein Athlet aus dem Bobsport erklärt: „Die neuen Sicherheitsmaßnahmen geben uns ein besseres Gefühl, wenn wir die Bahn hinunterrasen. Wir können uns mehr auf unsere Leistung konzentrieren, ohne ständig an die Risiken denken zu müssen.“
Der Bobsport hat eine lange Tradition, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich in der Schweiz entwickelt, hat sich der Sport schnell international verbreitet und ist seit 1924 Teil der Olympischen Winterspiele. In den Anfangsjahren waren Sicherheitsvorkehrungen praktisch nicht vorhanden, und die Athletinnen und Athleten waren den Gefahren der hohen Geschwindigkeiten schutzlos ausgeliefert. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden verstärkt Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um die Risiken zu minimieren.
Die Allianz und der BSD planen, die neuen Sicherheitskonzepte rechtzeitig vor den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 zu implementieren. Ziel ist es, einen globalen Sicherheitsstandard im Bobsport zu etablieren, der schwere Verletzungen der Athletinnen und Athleten verhindert. „Wir möchten zusammen mit dem BSD und der IBSF einen globalen Sicherheitsstandard im Bobsport etablieren“, erklärt ein Vertreter der Allianz. „Damit erweitern wir unser Markensponsoring durch die Expertise unseres Allianz Zentrum für Technik um eine konkrete Unterstützung dieser schnellen Sportart.“
Die Einführung dieser Sicherheitsmaßnahmen könnte auch Auswirkungen auf andere Wintersportarten haben. Wenn sich die neuen Konzepte als erfolgreich erweisen, könnten sie als Vorbild für andere Sportarten dienen, die mit ähnlichen Risiken konfrontiert sind.
Die Entwicklung von Sicherheitskonzepten im Sport ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine politische und wirtschaftliche. Die Allianz als Versicherer hat ein großes Interesse daran, das Risiko von Verletzungen zu minimieren, um die Versicherungskosten zu senken. Gleichzeitig stärkt die Allianz durch ihr Engagement im Sport ihre Marke und ihre Position als führender Versicherer im Bereich der Sportsicherheit.
Für den BSD und die IBSF ist die Zusammenarbeit mit der Allianz eine Möglichkeit, den Sport sicherer zu machen und gleichzeitig die Attraktivität für Sponsoren und Zuschauer zu erhöhen. Die Sicherheit der Athletinnen und Athleten steht dabei im Mittelpunkt, aber auch die wirtschaftlichen Interessen der Verbände spielen eine Rolle.
Die Einführung des Allianz Safety Sled und des HIP-Systems stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung mehr Sicherheit im Bobsport dar. Die Allianz und der BSD haben gezeigt, dass sie bereit sind, in die Sicherheit der Athletinnen und Athleten zu investieren und neue Standards zu setzen. Für die Sportlerinnen und Sportler bedeutet dies eine erhöhte Sicherheit und die Möglichkeit, sich voll und ganz auf ihre Leistung zu konzentrieren. Der Bobsport könnte damit ein Vorbild für andere Sportarten werden, die mit ähnlichen Risiken konfrontiert sind.
Die Zukunft des Bobsports sieht vielversprechend aus, und die kommenden Jahre könnten weitere spannende Entwicklungen bringen. Die Allianz und der BSD haben den Grundstein gelegt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Sicherheitskonzepte in der Praxis bewähren werden.