Salzburger Zahlungsdienstleister übergibt 6.500 Euro an VinziDach und neunerhaus – Initiative soll langfristig wachsen
Der Zahlungsdienstleister hobex unterstützt mit der Aktion „Ein Dach für alle
Obdachlosigkeit ist in Österreich nach wie vor ein drängendes soziales Problem. Allein in Wien leben Schätzungen zufolge mehrere tausend Menschen ohne festen Wohnsitz, auch in Salzburg steigt die Zahl der Betroffenen. Der Salzburger Zahlungsdienstleister hobex hat nun eine Initiative ins Leben gerufen, die konkrete Hilfe leisten soll: Unter dem Titel „Ein Dach für alle" unterstützt das Unternehmen zwei etablierte Organisationen der Obdachlosenhilfe.
Zum Auftakt der Spendenaktion übergab hobex insgesamt 6.500 Euro an zwei Organisationen, die sich seit Jahren für wohnungslose Menschen einsetzen. Die Spende ging zu gleichen Teilen an das VinziDach der VinziWerke Österreich in Salzburg sowie an das neunerhaus in Wien.
Das VinziDach arbeitet nach dem sogenannten Housing-First-Ansatz. Dieses Konzept unterscheidet sich grundlegend von traditionellen Hilfsangeboten für Obdachlose. Statt Menschen erst durch verschiedene Stufen der Betreuung zu führen, bevor sie eine eigene Wohnung erhalten, setzt Housing First auf einen direkten Zugang zu dauerhaftem Wohnraum. Die Grundidee: Eine stabile Wohnsituation ist die Basis, auf der alle weiteren Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation aufbauen können.
Das neunerhaus in Wien verfolgt einen ähnlichen Ansatz und bietet neben Wohnmöglichkeiten auch medizinische Versorgung und soziale Betreuung für obdachlose und ehemals obdachlose Menschen. Die Organisation betreibt mehrere Wohnhäuser in Wien und erreicht mit ihren Angeboten jährlich tausende Menschen.
Die Initiative von hobex beschränkt sich nicht auf die einmalige Startspende. Um möglichst viele weitere Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen, hat das Unternehmen eine eigene Webseite eingerichtet. Unter www.hobex.at/eindachfueralle können Interessierte mehr über die Aktion erfahren und selbst einen Beitrag leisten.
Durch die direkte Einbindung der Öffentlichkeit soll ein nachhaltiger Spendenfluss entstehen, der über die Jahre wachsen kann. Das Unternehmen nutzt damit seine Reichweite und Bekanntheit, um Aufmerksamkeit für das Thema Obdachlosigkeit zu schaffen und konkrete Hilfe zu ermöglichen.
Besonders bemerkenswert ist der langfristige Ansatz der Initiative. Laut hobex soll „Ein Dach für alle" kein einmaliges Projekt bleiben, sondern über die nächsten Jahre kontinuierlich weiterwachsen. Damit unterscheidet sich die Aktion von vielen punktuellen Spendenaktionen, die oft nur zu bestimmten Anlässen wie Weihnachten stattfinden.
Für die unterstützten Organisationen bedeutet ein solches langfristiges Engagement Planungssicherheit. Sowohl VinziDach als auch neunerhaus sind auf kontinuierliche Spenden angewiesen, um ihre Arbeit aufrechterhalten und ausbauen zu können. Regelmäßige Unterstützung durch Unternehmen kann dabei helfen, Schwankungen im Spendenaufkommen auszugleichen.
Der Housing-First-Ansatz, den das VinziDach in Salzburg verfolgt, hat seinen Ursprung in den USA und wurde in den vergangenen Jahrzehnten in zahlreichen europäischen Ländern erfolgreich implementiert. Die Grundprinzipien sind einfach: Obdachlose Menschen erhalten zunächst eine eigene Wohnung mit regulärem Mietvertrag. Die Betreuung und Unterstützung erfolgt dann in der eigenen Wohnung und ist freiwillig.
Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, dass dieser Ansatz besonders erfolgreich ist. Menschen, die über Housing-First-Programme eine Wohnung erhalten, bleiben in der überwiegenden Mehrheit der Fälle dauerhaft in ihrer Unterkunft. Die Erfolgsquoten liegen je nach Studie zwischen 80 und 90 Prozent.
In Österreich wurde der Housing-First-Ansatz in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert. Neben den VinziWerken setzen auch andere Organisationen auf dieses Konzept. Die Herausforderung bleibt jedoch der angespannte Wohnungsmarkt, der die Beschaffung geeigneter Wohnungen erschwert.
Die Zahl der wohnungslosen Menschen in Österreich ist schwer zu erfassen, da viele Betroffene nicht in offiziellen Statistiken auftauchen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen als offizielle Erhebungen vermuten lassen.
Besonders betroffen sind Großstädte wie Wien, Graz und Salzburg. Doch auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen gibt es Obdachlosigkeit – oft weniger sichtbar, aber nicht weniger real. Die Gründe für Wohnungsverlust sind vielfältig: Arbeitslosigkeit, Scheidung, psychische Erkrankungen oder Suchtprobleme können Menschen in die Obdachlosigkeit führen.
Die Corona-Pandemie und die darauffolgende Teuerungswelle haben die Situation für viele Menschen verschärft. Steigende Mieten und Energiekosten bringen immer mehr Haushalte in finanzielle Bedrängnis. Organisationen wie das neunerhaus berichten von einer gestiegenen Nachfrage nach ihren Angeboten.
Die Initiative von hobex reiht sich in einen wachsenden Trend ein: Immer mehr österreichische Unternehmen engagieren sich über ihre Geschäftstätigkeit hinaus für soziale Anliegen. Corporate Social Responsibility, also die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Für Unternehmen bietet soziales Engagement mehrere Vorteile. Neben dem direkten positiven Effekt für die unterstützten Organisationen und Menschen stärkt es auch die Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen. Studien zeigen, dass Beschäftigte zufriedener sind, wenn ihr Arbeitgeber sich für gesellschaftliche Anliegen einsetzt.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für die soziale Verantwortung von Unternehmen. Immer mehr Menschen achten bei ihren Kaufentscheidungen nicht nur auf Preis und Qualität, sondern auch auf das gesellschaftliche Engagement der Anbieter.
hobex ist als Zahlungsdienstleister in Österreich etabliert und bietet Lösungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr an. Das Unternehmen mit Sitz in Salzburg betreut Geschäftskunden aus verschiedenen Branchen und ermöglicht die Abwicklung von Kartenzahlungen.
Mit der Initiative „Ein Dach für alle" erweitert das Unternehmen sein Profil um eine soziale Komponente. Die Wahl des Themas Obdachlosigkeit zeigt dabei ein Bewusstsein für eines der drängendsten sozialen Probleme in österreichischen Städten.
Bemerkenswert ist auch die Art der Umsetzung: Statt einfach einen Scheck zu überreichen, hat hobex eine nachhaltige Struktur geschaffen, die langfristiges Engagement ermöglicht und weitere Spenderinnen und Spender einbinden soll.
Spenden an Organisationen wie VinziDach und neunerhaus werden für verschiedene Zwecke eingesetzt. Ein wesentlicher Teil fließt in die Bereitstellung und Erhaltung von Wohnraum. Dazu gehören Mietkosten, Kautionen und die Grundausstattung von Wohnungen.
Darüber hinaus finanzieren Spenden die Betreuung und Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützen die Menschen dabei, ihr Leben wieder selbstständig zu organisieren. Das kann die Hilfe bei Behördengängen ebenso umfassen wie die Vermittlung zu medizinischen oder therapeutischen Angeboten.
Auch die Prävention spielt eine wichtige Rolle. Beratungsangebote können Menschen helfen, bevor sie ihre Wohnung verlieren. Je früher Unterstützung ansetzt, desto größer sind die Chancen, Obdachlosigkeit zu verhindern.
Die Initiative „Ein Dach für alle" ist als offene Plattform konzipiert. Über die eingerichtete Webseite können alle Interessierten einen Beitrag leisten – unabhängig von der Höhe der Spende. Auch kleine Beträge summieren sich und können konkrete Hilfe ermöglichen.
Für Unternehmen, die sich ebenfalls engagieren möchten, kann die Initiative als Vorbild dienen. Die Zusammenarbeit mit etablierten Hilfsorganisationen stellt sicher, dass Spenden effektiv eingesetzt werden und bei den Menschen ankommen, die sie am dringendsten benötigen.
Die Obdachlosenhilfe in Österreich ist auf breite Unterstützung angewiesen. Initiativen wie „Ein Dach für alle" können dazu beitragen, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und konkrete Hilfe zu mobilisieren. Der langfristige Ansatz von hobex zeigt dabei, dass nachhaltiges Engagement möglich ist – und dringend benötigt wird.