Der österreichische Finanzausschuss befasste sich mit der Fortsetzung und Überarbeitung der Nationalen Finanzbildungsstrategie sowie mit der EU-Jahresvorschau 2026 und der internationalen Entwicklungsfinanzierung.
Der Finanzausschuss befasste sich mit der EU-Jahresvorschau 2026, der Finanzbildungsstrategie sowie einem Bericht zur internationalen Entwicklungsfinanzierung. Diskussionen gab es unter anderem zu Energiepolitik, digitalem Euro und budgetären Fragen. Die Finanzbildungsstrategie soll überarbeitet und fortgesetzt werden, hielt Finanzminister Marterbauer fest. Denn durch Finanzbildung würden junge Leute vor übermäßiger Verschuldung bewahrt, so Marterbauer.
Am Stichtag 30.10.2025 seien 207 Finanzbildungsmaßnahmen gelaufen, der Schwerpunkt liege im schulischen Bereich, heißt es im Bericht des Finanzministeriums. Es gelte aber auch die Gruppe der Erwachsenen mitzunehmen, zeigte sich der Abgeordnete überzeugt.
Andreas Minnich (ÖVP) betonte, Finanzbildung sei "unglaublich wichtig, wenn es um die selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Lebens" gehe. Arnold Schiefer (FPÖ) unterstützte die Finanzbildungsstrategie "im Sinne des mündigen Bürgers". Jakob Schwarz (Grüne) hielt fest, dass 70 % der Angebote unentgeltlich zur Verfügung gestellt würden. Marterbauer befürwortete das Einbeziehen von Stakeholdern, dabei würden Banken eine große Rolle spielen. Barbara Teiber (SPÖ) machte auf mögliche Eigeninteressen der Banken aufmerksam.
Die Europäische Kommission erwartet in ihrer Herbstprognose ein leichtes Wirtschaftswachstum; das reale Bruttoinlandsprodukt soll im Jahr 2026 um 1,4 % zulegen, für 2027 wird eine Wachstumsrate von 1,5 % prognostiziert, heißt es in der Jahresvorschau des Finanzministeriums. Die wirtschaftlichen Aussichten sind weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet.
Für Herbst 2026 wird ein erster Einigungsversuch zum Mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034 erwartet, informiert das Finanzministerium. Gerhard Kaniak (FPÖ) sprach sich dafür aus, die "Belastungen der Steuerzahler" zu senken. Finanzminister Marterbauer sagte, "Wir müssen zusehen, dass wir von den fossilen Energien in Richtung erneuerbare Energien gehen". Fraktionskollege Arnold Schiefer äußerte Sorgen aufgrund der steigenden Energiepreise. Obwohl der digitale Euro "entschärft zu werden scheine", betrachtete ihn Schiefer kritisch. Jakob Schwarz (Grüne) ging auf Ausnahmen bei der Kerosinbesteuerung ein.
Der digitale Euro wurde im Ausschuss thematisiert. Marterbauer unterstützte ihn und argumentierte mit dem Sparpotenzial für europäische Unternehmen. Aus Sicht der FPÖ sei die Ausgestaltung noch nicht fertig; Schiefer betrachtete das Projekt kritisch.
Das Finanzministerium informiert in einem Bericht über die Entwicklungen bei internationalen Entwicklungsorganisationen, konkret zur 20. Wiederauffüllung der Internationalen Entwicklungsorganisation, der 12. Wiederauffüllung des Asiatischen Entwicklungsfonds und der 12. Wiederauffüllung des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung. Georg Strasser (ÖVP) sagte, vulnerable Staaten würden damit unterstützt; vergeben würden langfristige Kredite kombiniert mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Er wies auf Rückgänge der Kindersterblichkeit und steigendes Bildungsniveau als Errungenschaften hin.
Arnold Schiefer (FPÖ) sprach sich dafür aus, die Mittel in Österreich zu behalten und verwies auf die schwierige finanziellen Situation. Petra Bayr (SPÖ) hielt entgegen, es handle sich um einen Bericht über bereits erfolgte Wiederauffüllungen und um "Investitionen in Frieden und Nachhaltigkeit". Minister Marterbauer sagte, die ärmeren Länder seien massiv von der Erderwärmung betroffen und nützten Beiträge zur Anpassung; Beiträge hätten Hebelwirkung auf internationalen Finanzmärkten. Der Bericht wurde mehrheitlich - ohne Stimmen der FPÖ - zur Kenntnis genommen.
Angesichts geopolitischer Turbulenzen warb Finanzminister Marterbauer für die Stärkung Europas und den Binnenmarkt. Er sprach sich für Entbürokratisierung am Finanzmarkt aus, hielt aber einem Abbau von Regulierungen entgegen. Kurt Egger (ÖVP) unterstrich die Einigkeit, auf Haushaltsdisziplin zu achten und die Entbürokratisierung voranzutreiben; gleichzeitig sollen die budgetären Interessen Österreichs gewahrt werden. Markus Hofer (NEOS) interessierte sich für das 28. Regime; der Bericht wurde mehrheitlich - ohne die Stimmen der FPÖ - zur Kenntnis genommen.